Die Geschäftsstelle hat Urlaub vom 17.12.18 bis 07.01.19

Die Geschäftsstelle hat Urlaub vom 17.12.18 bis 07.01.19 - wir wünschen allen ein Frohes Weihnachtsfest und einen guten Rutsch!

 

In diesem Jahr reiste die Wandergruppe nach Boppard am Mittelrhein.

Wolfgang Keibel hatte diese Fahrt vorbereitet.

Samstag, 28. April – Anreise

Eine fröhliche Gruppe trifft sich um 7.13 Uhr am Kieler Hauptbahnhof und fährt via Frankfurt nach Boppard. Mit etwas Verspätung kommt das bestellte Großraum-Taxi und bringt das Gepäck zu unserer Unterkunft. Wir aber wandern zum Gasthaus „Schinderhannes und Julchen“ einer urigen Unterkunft in Boppard. Schinderhannes war ein berühmt/ berüchtigter Räuberhäuptling aus der Region und Julchen seine Geliebte. Die Wirtsleute nennen sich nach diesem Paar.

Nach einem kleinen Stadtrundgang wird es Zeit zum Abendessen im Restaurant Rheinlust mit Ausblick auf den Rhein und die Uferpromenade.

Sonntag, 29. April Bopparder Hamm

Am Morgen – Regen. Gut beschirmt und in Regenkleidung wandern wir zur Sesselbahn. Pünktlich bei der Talstation endet der Regen und das trockene Wetter bleibt uns während der Wanderwoche erhalten. Mit dem Sessellift schweben wir hinauf zum Hirschkopf mit wunderbarer Aussicht auf das Rheintal und Boppard.

Unsere Wanderung heute führt uns durch den Bopparder Hamm. Er ist ein kleines, feines Wein-Anbaugebiet im Südhang der Rheinschleife. Zunächst führt der Weg durch einen frühlingsgrünen, maiglöckchenduftenden Wald zum Aussichtspunkt Gedeonseck mit Gesamtübersicht über den Hamm. Danach, der Vierseenblick lässt den Rhein aus einer Perspektive erscheinen, aus der er wie 4 einzelne Seen wirkt.

Bald erreichen wir den Jakobsberg, einer Anhöhe über dem Rhein. Hier auf einem Plateau befindet sich der Jakobsbergerhof, ein ehemaliges Klostergut, 1157 von Friedrich Barbarossa errichtet. Es befand sich lange im kirchlichen Besitz, Ende des 18. Jh. wurden die ehemaligen Klostergebäude durch die französische Revolutionsarmee zerstört. Ab 1891 gehörte das Gut einer Hofgemeinschaft, nach dem 2. Weltkrieg wurde es unrentabel.

1960 erwarb der Sohn des Firmengründers von Harribo das Gelände und baute die Klosterruinen zum Hotel um. Anfang der 1990er Jahre erfolgte die Umgestaltung in ein Golf-Ressort.

Am Osthang des Jakobsberges fand man eisenzeitliche Hügelgräber und Relikte einer römischen Wasserleitung.

Bald erreichen wir die ersten Weinhänge, hier findet heute der alljährliche „Weinfrühling“ statt: die Winzer der Region bieten entlang der Wege ihre Weine an. Wir gehen zunächst oberhalb der Menschenmassen durch die sonnenheißen Schieferhänge. Es ist Mittagszeit, uns steht der Sinn nach einem Imbiss und wir finden einen nicht allzu stark belagerten Stand.

Nach der Pause wandern wir auf dem oberen Weg weiter, aber auch hier ist es nicht allzu beschaulich, denn es knattern und stinken die Dieselaggregate, die den Strom für die Buden erzeugen.

Wir wandern weiter durch die zunehmend „lustiger“ werdende Menge und bald teilt sich unsere Gruppe: ein Teil geht zurück nach Boppard, andere laufen nach Oberspray und nehmen von dort den Shuttlebus.

Bei unserem Abendessen im Gasthaus Rheinlust versuchen einige den ersten Spargel der Saison und wir verstehen nach unserer heutigen Wanderung, warum der Wein aus der Region so gut schmeckt.

In unserer Pension zurück probieren wir, hmm, die Erdbeerbowle und müssen einen Räuber-Überfall überstehen.

Montag, 30. April Die feindlichen Brüder

Mit der Fähre fahren wir zum rechten Rheinufer. Drüben treffen wir Alfred Neckenich, ein Glücksfall für uns, er wurde uns von Schinderhannes und Julchen empfohlen. Zunächst zeigt er uns seinen Heimatort Filsen, immer wieder wird er gegrüßt, jeder hier kennt ihn. Nach seiner Pensionierung – er war Kriminalbeamter – betätigt er sich u. A. als Gästeführer. Das bedeutendste Bauwerk in Filsen ist das alte Rathaus. Der Fachwerkbau wurde 1611 über einer Pforte in der Stadtmauer errichtet.

Unser Weg zum Rheinsteig führt über den Filsener Kirschenpfad. Auch hier ist Alfred engagiert. Nach dem starken Rückgang des Weinbaus vor über 100 Jahren kamen die Kirschbäume in das obere Mittelrheintal. Aus den Züchtungsversuchen der damaligen Obstbauern entstanden dutzende typisch regionale Sorten, die hier auch vermarktet werden.

Eine Probe des Kirschweins hat Alfred für uns vorbereitet,

die sehr leckere Kirschkonfitüre können wir jeden Morgen zum Frühstück im Gasthaus genießen.

Entlang alterTrockenmauern geht unsere Wanderung, vielleicht sind auch schon die Römer diesen Weg zum Rhein gegangen. Der Rheinsteig führt uns vorbei an der Marienkapelle. In den Weißdornsträuchern entlang des Pfades singen Nachtigallen im scheinbaren Wettstreit. Begleitet von traumhaften Aussichtspunkten gelangen wir zu den Burgen Liebenstein  und Sterrenberg. Der Sage nach werden sie  die „feindlichen Brüder“ genannt. Burg Sterrenberg gilt als eine der bedeutendsten mittelalterlichen Wehranlagen am Mittelrhein. In der Mitte des Burghofs erhebt sich auf einem kleinen Felsen das Kernwerk der Burg, der ca. 15 m hohe Bergfried aus dem 12. Jahrhundert

Nach dem fantastischen Blick von der Burgterrasse und einer Einkehr wandern wir hinab nach Bornhofen. Hier werfen wir einen Blick auf das Kapuzinerkloster und die  anschließende Wallfahrtskirche. Das Schiff, das uns zurück nach Boppard bringen soll, fährt an uns... vorbei. Aber wir haben ja Alfred bei uns. Er ruft bei der Reederei an, das Schiff wendet und wir können einsteigen.

Dienstag, 1. Mai Hunsrückbahn und Funzeltour

Die Hunsrückbahn ist ein Meisterwerk der Ingenieurskunst. Sie wurde 1908 eröffnet und verbindet heute noch Boppard mit Emmelshausen. Es ist die steilste Bahnstrecke Deutschlands: auf einem 8,5 km langen Teilstück werden 336 Höhenmeter überwunden. Wir fahren nach Emmelshausen und wandern auf dem Hunsrückbahn-Wanderweg nah der Bahntrasse. Er führt uns durch die östlichen Ausläufer des Hunsrück durch die bewaldete Elfenley hinab ins Rheintal und nach Boppard. An der Liesefeldhütte machen wir Rast und haben von dort einen Ausblick auf das Hubertusviadukt der Hunsrückbahn. Von dort führt der Weg unter dem Viadukt hindurch in die Hubertusschlucht.

Am Abend  werden wir von unseren Wirtsleuten zum rustikalen Schinderhannes Buffet erwartet. Danach brechen wir auf zur abendlichen Stadtführung mit Weinprobe, der sogenannten Funzeltour.

Vor dem Haus warten auf uns Alfred und Michael und ein laternenbeleuchteter Bollerwagen, beladen mit Weinflaschen. Wir beginnen mit einem Secco und rollen dann durch Boppard. Alfred macht uns auf einzelnen Stationen mit der Geschichte der Stadt Boppard vertraut und Michael lässt uns Weine der Region probieren.

Boppard hat eine lange Geschichte, man fand Spuren von vor 13000 Jahren.

Die Römer siedelten hier und wahrscheinlich auch die Kelten.

Das römische Kastell wurde von germanischen Truppen erobert und 454 n. Chr. endete die Herrschaft der Römer. Das intakte Kastell wurde nun von der Zivilbevölkerung bewohnt. Im Laufe des Mittelalters war Boppard freie Reichsstadt und unter Herrschaft der Trierer Bischöfe.

Bis Anfang 1814 gehörte Boppard mit dem gesamten linken Rheinufer zu Frankreich, ab 1815 zum Königreich Preußen.

Ursprünge der Kirche St. Severus stammen aus dem 5. Jh. Der heutige Bau entstand  im 12. und 13. Jh.. Papst Franziskus verlieh ihm den Titel einer Basilika.

Reste der alten Stadtbefestigung finden sich im gesamten Ort. Die Alte Burg dient jetzt als Museum. Dort werden u. A. Werkstücke von Michael Thonet ausgestellt. Er war ein Sohn der Stadt Boppard, arbeitete als Tischler und entwickelte die berühmten Bugholzmöbel  (Wiener Kaffeehausstühle).

Auf unserem Weg zurück zum Gasthaus kommen wir auch am Schnuggel Elsje vorbei. Sie betrieb einen Süßwarenladen, in dem sich die Kinder für ein paar Pfennige ihre Naschis holten. Vor ihrem ehemaligen Geschäft hat man ihr ein Denkmal gesetzt.

Beim Gasthaus angekommen, ist uns dann doch etwas kühl und wir freuen uns noch vor dem Haus über eine heiße Fleischbrühe.

Mittwoch 2. Mai Koblenz

Eines der Rheinschiffe bringt uns rheinabwärts nach Koblenz.

Mit der Seilbahn fahren wir über den Rhein hinauf zur Festung Ehrenbreitstein auf dem Felssporn hoch über dem Fluß. Das Plateau vor der Festung war 2011 Teil der Bundesgartenschau.

Von oben haben wir einen fantastischen Blick auf Koblenz und den Zusammenfluss von Rhein und Mosel - dem Deutschen Eck. Die Festung ist die zweitgrößte erhaltene Festung Europas und wurde in der heutigen Gestalt zwischen 1817 und 1828 erbaut. Ursprünge reichen bis ins Jahr 1000 zurück. Heute befindet sich dort das Landesmuseum. Die Seilbahn bringt uns zurück zum Deutschen Eck. Auf der künstlich aufgeschütteten Landzunge steht das Reiterstandbild des Deutschen Kaisers Wilhelm I. als Denkmal für die Deutsche Reichsgründung 1871.

Nach einer Stärkung im Trubel der Touristenmassen gehen wir vorbei an der Kastorkirche aus dem 9 Jh. zum Kurfürstlichen Schloss. Dieses wurde Ende des 18. Jh. erbaut und ist heute Sitz verschiedener Bundesbehörden. Im ganzen Ort sind noch die Anpflanzungen von der Bundesgartenschau zu sehen.

Mit dem Schiff zurück, links und rechts am Rheinufer stehen zahlreiche Burgen. Schon auf dem Hinweg waren uns 3 Türme/Säulen/Schornsteine (?) auf einem Berg aufgefallen. Wie gut, dass es das WWW gibt. Es sind wirklich 3 Schornsteine und sie gehören zur ehemaligen Blei- und Silberhütte von Braubach. Hier wurde seit 1691 Erz aus den umliegenden Gruben verarbeitet. Der anfallende Hüttenrauch wurde über Abgaskanäle auf die Höhe geführt. Die Anlage ist ein erster Immissionsschutzversuch.

Vor unserem Quartier erwartet uns als Geburtstagsüberraschung für Rudi ein von den Wirtsleuten bestellter „Leierkastenmann“. Er erfreut uns u.a. mit etlichen Geburtstagsständchen. Als krönenden Abschluss entlockt Rudi dem Gerät die „Nordseewellen“.

Donnerstag, 3. Mai Rhein-Burgen-Weg

Heute werden wir eine Etappe des Rhein-Burgen-Weg von St. Goar nach  Oberwesel erwandern. Mit dem Zug fahren wir zum Ausgangsort. Vom Bahnhof führt der Weg steil nach oben. Zunächst machen wir einen Abstecher zur Burg Rheinfels. Sie ist das Wahrzeichen von St. Goar, eine der größten Burgruinen am Rhein und ein Zeugnis der Burgen-Baukunst aus dem 14. Jh.. Wir genießen den Blick vom Burgplateau und wandern dann weiter zum Weg Richtung Oberwesel. Bald erreichen wir einen ersten Rastplatz an der Hangkante zum Rhein.

Weitere herrliche Aussichtspunkte folgen. Wir können sogar die Loreleyfigur unten auf der Schutzmole im Rhein sehen. Bei Maria Ruh, einem Gasthaus mit frei zugänglichem Park, machen wir unsere Mittagspause. Von dort haben wir den besten Blick auf den gegenüberliegenden Loreleyfelsen. Nahe bei diesem Aussichtspunkt hat man auch eine Gedenktafel aufgestellt, ist den Schöpfern des Loreleyliedes gewidmet.

Unser Weg führt uns weiter durch Felder und Wiesen, durch Hecken und Gehölze.

Nicht weit von unserem heutigen Ziel kommen wir zum Günderodehaus.

Dieser Fachwerkbau wurde ursprünglich im Jahr 1780 in Seibersbach/Hunsrück erbaut. Für einen Film hat man ihn oberhalb von Oberwesel wieder aufgebaut. Von der Terrasse hat man den schönsten Ausblick über das Rheintal

 und die Altstadt von Oberwesel. Nach einer Pause mit Kaffee und leckerem Kuchen wandern wir die kurze Strecke durch die alten Mauern von Oberwesel zu Bahnhof.

Freitag, 4. Mai Loreley

Heute haben wir wieder die große Freude mit Alfred zu wandern. Diesmal geht es zur Loreley. Auf einer landwirtschaftlich genutzten Hochebene nahe Patersberg setzt uns der Bus aus. Wir gehen durch Felder und Wiesen und haben eine grandiose Sicht bis zum Hunsrück und Taunus. Unser Weg führt uns, wohin wohl? Na klar, wieder einmal zum Rhein. Auf dem Rheinsteig soll es bis nach St. Goarshausen gehen. Entlang der oberen Kante des steilen Hanges zum Rhein führt uns der Weg. Immmer wieder gibt es spektakuläre Ausblicke auf den Rhein und die gegenüberliegende Seite, dort sind wir gestern gewandert. Besonders beeindruckend ist die Sicht von Felsenkanzel und Spitznack auf den Loreleyfelsen.

Auffallend auch die besonderen Pflanzen entlang des Weges. Die geologischen und klimatischen Besonderheiten ermöglichen nicht nur den Weinanbau, sondern auch eine ganz besondere Flora und Fauna.

Das Loreleygelände ist sehr gut besucht, wir gönnen uns nur eine kleine Stärkung und gehen zur Aussichtsterrasse. Dort haben wir eine sehr gute Sicht auf die Situation dort unten: der Fluss zwängt sich durch die Enge, nahe am Fahrwasser ragen zahlreiche Felsen heraus bzw. liegen unter der Wasseroberfläche und

das Verkehrsaufkommen ist sehr hoch. Wir können uns vorstellen, dass der Schiffsführer alle seine Aufmerksamkeit braucht und eine Ablenkung durch die schöne Loreley zur Katastrophe führen kann.

Alfred führt uns durch den Ortsteil Heide, durch den Wald, vorbei an der Burg Katz(enelnbogen) erbaut im 14. Jh. und hinunter nach St. Goarshausen. Dort steigen wir in ein Schiff und fahren noch einmal vorbei an Weinbergen, Burgen und Burgruinen, Schlössern  und schmucken kleinen Städtchen und Dörfern.

Samstag 5. Mai Ehrbachklamm

Ein Bus bringt uns nach Oppenhausen. Dort beginnt unsere einzigartige Tour durch die Ehrbachklamm. Zunächst über offenes Feld und Wiesen - es ist schon am Vormittag ziemlich heiß - freuen wir uns, den Wald zu erreichen. Bei der Eckmühle, mit einem schönen Rastplatz erreichen wir den Ehrbach. Das Durchwandern der Ehrbachklamm stellt den Höhepunkt unserer Reise dar.

Über große, abgerundete Felsen klettern wir. Der Pfad ist teilweise ins Gestein gehauen und durch Seile gesichert. Wir lauschen dem Plätschern des Wassers und dem Rauschen der Bäume über uns.                                                                          

Mit Bedauern verlassen wir den Bach bei der Rauschenmühle.

Fast alpin steigt unser Weg nun aus der Klamm heraus und wir gelangen wieder in einen schönen, alten Buchenwald. Immer wieder öffnet er sich für einmalige Ausblicke auf Hunsrückhöhen oder die Ruine Rauschenburg (14. Jh.).

Unsere Tour endet wieder in Oppenhausen. Bei einem Stück Kuchen und einer Tasse Kaffee in der „Tenne“ lassen wir den Tag ausklingen, denn dies war unsere letzte Wanderung.

Sonntag 6. Mai Rückreise

Die Rückfahrt nach Kiel dauert...

Der Zug wird immer langsamer – die Lok ist defekt. Auf dem Hauptbahnhof in Hamburg dann...großes Durcheinander.

Aber trotzdem möchten wir solch eine Reise jederzeit wieder machen.

Vielen Dank Wolfgang, schön war's!

Text:       Helga Palm

Fotos:     Birgitt Hesse, Dorothea Zelenka, Wolfgang Keibel

 
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