Infotreffen: Bau einer Klettermöglichkeit in Kiel

Am 13. September 2017, 19:00-21:00h Waldorfschule (zur normalen Kletterzeit)

 

Wanderfahrt in die Region Südschwarzwald – Kaiserstuhl – Vogesen

vom 23.04. bis 01.05.2014

In der Zeit vom 23.04. - 01.05.2014 unternahmen Mitglieder der Wandergruppe eine Wanderfahrt  nach Riegel a.K. mit Wanderungen im  Südschwarzwald, im Kaiserstuhl und in den Vogesen. Das Hotel „Riegeler Hof“ war gut gewählt: Die gemütlich eingerichteten Gästezimmer und die behaglichen Gasträume luden zum Wohlfühlen ein.

 

23.04.2014 – Tag der Anreise

Unsere Reise beginnt pünktlich um 07.12 Uhr mit der DB von Kiel in Richtung Freiburg i.B.; dabei sind 19 Teilnehmer/innen, alles Mitglieder der Wandergruppe. In Freiburg angekommen bringt uns der Bus der Fa. Rist-Reisen aus Kenzingen in unser Hotel nach Riegel a.K. Das Busunternehmen begleitet uns über alle Tage der Wanderfahrt mit ortskundigen und umsichtigen Busfahrern, die uns während der Fahrt die Besonderheiten ihrer Heimat erschlossen.

Im Hotel werden wir von Birgitt und Werner, die mit dem Auto angereist sind, bereits empfangen. Nach Quartierverteilung und kurzer Rast beginnt das Programm mit einem Rundgang durch den kleinen Ort mit römischer Vergangenheit. Unser Rundgang endete an der Michaelskapelle auf dem Michaelsberg, oberhalb von Riegel Von hier oben hat man einen hervorragenden Rundblick auf den Ort, den Schwarzwald und die Vogesen.

Vor dem Abendessen empfängt uns der Wirt mit einem „Gespritzten“. Den Abend lassen wir mit einem leckeren badischen Menü und einem „Obstwässerle“, den Werner auf seinen Geburtstag ausgibt, ausklingen.
 

24.04.2014 – Schauinsland und Freiburg

Nach einem ausgiebigen Frühstück fahren wir mitdem Bus um 9.00 Uhr nach Horben zur Talstation der Schwebebahn zum Schauinsland. Mit dabei sind Anneliese und Fritz Kunze, Freunde von Gabi und Wolfgang. Sie wohnen seit rd. 40 Jahren in Bahlingen am Kaiserstuhl, haben bei der Vorbereitung der Wanderfahrt tatkräftig mitgewirkt und begleiten uns nun bei allen Wanderungen, übernehmen dabei auch oft mit großer Umsicht die Führung, so auch bei der heutigen Schauinsland-Tour.

Bei Sonnenschein und bester Aussicht erreichen wir den Gipfel (1284 m) des Hausberges der Freiburger. Vom Aussichtsturm genießenwird einen Blick auf den Feldberg und den Großen Belchen. Dörte hatte Geburtstag, daher macht bei der Rastdie Slivovizflaschedie Runde.
 

Der Weg führt uns vom Aussichtsturm talwärts über wunderschöne bunte Wiesen und durch den Frühlingswald biszur Bushaltestelle in Horben. Hier steigen wir in den Bus und die Straßenbahn nach Freiburg zur „kleinen Stadtführung“ mit Anneliese und Fritz.. Bei unserem Rundgang durch die Altstadt spüren wir bei 24 Grad das besondere Flair dieser mittelalterlichen Stadt. Wir sehen die berühmten „Freiburger Bächle“ und die verwinkelten „Gässle“, die schönen Bürgerhäuser und – natürlich - das berühmte Freiburger Münster. Zum Abschluss stärken wir uns in einem der zahlreichen und hübschen Gartenlokale.

Auf dem Münsterplatz treffen wir auf unsere Wanderfreunde, die sich für einen Freiburgtag mitgroßer Stadtführung und anschließendem Besuch des Münsters mit Münstermarkt und einem Spaziergang am Schlossberg entschieden hatten. 

 
 

 

 

25.04.2014 – Odilienberg (Vogesen)

Die Fahrt geht heute um 9.00 Uhr bei schönem Sommerwetter zum Odilienberg (763 m) am Ostrand der Vogesen südwestlich von Straßburg. Der Odilienberg ist in jeder Hinsicht ein imposantes Wandergebiet.

Der „heilige Berg des Elsass“ ist von einer 10 km langen aus Sandsteinquadern errichteten Trockenmauer umgeben. Diese Trockenmauer, auch„Heidenmauer“, istz.T. noch bis 3,5 m hoch und 1,5 – 1,7 m breit. Das Alter der etwa 100 ha großen Anlage ist ungeklärt (vielleicht keltisch oder spätrömisch). In Spornlage liegt das von der hl. Odilia gegründete Kloster (im MA „Hohenburg“ genannt). Das Kloster ist Wallfahrtsort mit verschiedenen Kapellen u.a. derKreuzkapelleund der Klosterkirche. 

Wir wandern an der „Heidenmauer“ entlang zum 817 m hohen Männelstein, dem gut markierten Rundweg folgend, vorbei an immer neuen, bombatischen Ausblicken „Hagelschloss“, dem nördlichsten und mit 590 m dem niedrigsten Punkt des Weges. Am Hohenburgerberg (Hohenbourg) öffnet sich uns ein  phantastischer Blick weit über das Land unterhalb der Vogesen mit seinen zahlreichen kleinen Dörfern und Städten in die Rhein-Ebene. Den Abschluss bildet der steile Aufstieg zurück zum Odilienkloster.

Nach einer kleinen Erholungspause auf dem Innenhof besichtigen wir die beeindruckende Klosteranlage,von der wir einen Weitblick bis hin zum Straßburger Münster haben. Das belohnt für manches kräftezehrende Teilstück der heutigen Wanderung, an der auch Rudi (84) teilgenommen hatte. (Chapeau!)

 

 

26.und 27.04.2014 – Kaiserstuhl satt

Die zweifache Durchquerung desKaiserstuhls steht auf dem Programm. Die Vorbereitung und Führung hatte Wolfgang seinen Freunden Anneliese und Fritz überantwortet.

Der Kaiserstuhl wuchs vor 16 bis 18 Mio. Jahren durch Oberflächenvulkanismus aus dem Ober-Rhein-Graben. Er isteine südländisch anmutende Gebirgsinsel in der ober-rheinischen Tiefebene, berühmt bei Geologen und Mineralogen, Botanikern und Zoologen, geschätzt von Weinfreunden wie auch von Wanderern. Auch die Tierwelt ist mediterran: auf unserem Sparziergang kreuzte uns die leuchtend grüne Smaragd-Eidechse, die hier ihr nördlichstes Revier hat. 

  
 

Am ersten Tag geht es für die Wanderer bei weiter schönem Wetter mit dem Bus nach Oberrotweil. Wir wandern auf dem ca. 13 km langen Katharinenpfad. Unser Weg steigt stetig an und bietet die schönsten Ausblicke auch auf die terrassierten Weinberge im Inneren des Kaiserstuhl. Entlang des Pfades werden immer wieder schöne Fernblicke geboten, besonders vom Katharinenberg (492) mit Blick über den nördlichen Kaiserstuhl hinab nach Endingen. Unvermittelt stehen wir am Rand der Reblandschaft oberhalb von Bahlingen. Der Weg hinab in den Ort führt durch eine Schlucht mit bis zu ca. 8 m hohen, fast senkrecht stehenden Flanken aus Löß-Boden. Die Flächen wirken wie aus Beton, bestehen aber aus in Vorzeit aufgewehtem Feinstsand (Löß), der aufgrund seiner Beschaffenheit sehr standfest ist. 
 

In Bahlingen treffen wir unsere „Spaziergänger“, die vom Hotel direkt durch die Weinberg gegangen sind, zu einer Weinverkostung bei dem Weingut August Häuber.In seinem Weinkeller erfahren wir von Herrn Häuber vieles über die Geschichte des badischen Weinbaues und seines Weingutes.Wir hören, dass eine Besonderheit des badischen Weines seine Sortenvielfalt ist. Es gibt 8 „klassische“ Rebsorten und mehrere Neuzüchtungen. Sie alle werden verschnitten und nach Jahrgängen getrennt ausgebaut.Sie unterscheiden sich in Farbe und Gestalt der Trauben und im Zuckergehalt und Geschmack der Beeren. Weine vom Kaiserstuhl sind glutvolle, wuchtige, vollmundige Weine aus Ruländer, Gewürztraminer, Silvaner, Riesling und Spätburgunder. Einen nicht so schweren, dafür sehr spritzigen Wein bringt der Weiße Burgunder, eine Ruländermutation.

Viele seiner eigenen Weine dürfen wir kosten.

Etwas weinselig geht es mit dem Bus zurück zum Hotel. Der Abend klingt mit Sekt und einem aufmerksamen „Gruß aus der Küche“ zu Kurts 87. Geburtstag aus.

 

Auch am zweiten Tag gibt es wieder zwei Gruppen. Die Wanderer erkunden den Kaiserstuhl bei sommerlichen Temperaturen auf dem ca. 17 km langen Neunlindenpfad von Ihringen nach Endingen. Der Weg führt sie durch weiteWeinbergflächen und romantischen Schluchtenstrecken hinauf zum Totenkopf (557), der höchsten Erhebung im Kaiserstuhl, von dort über den Katharinenberghinab nach Endingen.

Die Spaziergängerwandern durchdie Weinberge von Riegel nach Endingen. Treffpunkt ist das Cafe Seng in Endingen.

Der Ort Endingen verkörpert das städtebauliche Element am Kaiserstuhl. Bemerkenswert ist das alte Rathaus aus der Gotik- und Barockzeit und das neue Rokoko-Rathaus; alle vereint um den Mittelpunkt der Stadt, dem Marktplatz mit seinem Rathaus-Brunnen.

 

 

28.04.2014 – Col de la Schlucht und Kammweg (Vogesen)

Das Wetter ist umgeschlagen; es regnet. Das Thermometer im Bus zeigt 11°C. Doch so leicht lassen wir uns nicht entmutigen. Wetterfest bekleidet bringt uns der Bus über Munster zum Col de la Schlucht, einen 1139 m hohen Pass. Hier zeigt das Thermometer nur noch 4°C an. Der Kammweg bildete hier von 1871 bis 1918 die Grenze zwischen Frankreich und dem Deutschen Reich.

Wir haben uns wieder in zwei nahezu gleich große Gruppen aufgeteilt: Unter der Führung von Anneliese und Fritz wandern die „Starken“ vom Parkplatz am Col de la Schlucht über den Kammweg bis zum Parkplatz „Dreieck“, steigen ab zum Lac Vert, passieren dort „unten“ einige Fermes (die aber montags geschlossen haben) und kehren nach einer Wanderstrecke von rd. 15 km und einem Hohenunterschied von rd. 300 m zurück zum Ausgangspunkt.

 

Die andere Gruppe unter der Führung von Helga und Wolfgang startet ihre Wanderung am Parkplatz „Dreieck“ und wandert erst einmal hinauf zum Gazon de Faîte (1302) und von dort auf dem in Teilbereichen steinreichen Kammweg zum Parkplatz am Col de la Schlucht.

Der Kammweg ist markiert von einigen noch gut erhaltenen Grenzsteinen aus der Vorzeit. Bei dem Regenwetter muten dieeinzelnen bemoosten und mit Flechten überzogenen Bäume märchenhaft an. Die von dem Vorwanderteam angepriesenen grandiosen Ausblicke verwehrt uns leider der Regen. Durch aussichtsreiche, offene Heide- und Heidelbeerlandschaft mit einigen blühenden Narzissen und Ginster und dem niederenWäldchen bringt uns der gut markierte und offenbar oft begangene Weg schließlich zum vereinbarten Treffpunkt, dem Parkplatz am Col de la Schlucht.DievorgeseheneEinkehr istgeschlossen, daher „ pique-nique“ im Bus. Derweil klart es leicht auf; zwischen den Wolkenschwaden wird schon schemenhaft das Munstertal (gesprochen: Münster) erkennbar.

 

29.04.2014 – Ravennaschlucht (Schwarzwald)

Es ist bedeckt, aber (noch) kein Regen. Die Ravennaschlucht im Höllental steht auf dem Programm.Unser Bus bringt unsdurch das Höllental nach Hinterzarten. Hier beginnt die Wanderung am Bahnhof. Wir wandern durch das Löffeltal hinab zum Hofgut Sternen am Eingang zur Ravennaschlucht, die hier von einem gewaltigen Viadukt überspannt wird. Die Ravenna stürzt in zahlreichen Fällen ca. 150 Höhenmeter auf ca. 1500 m ins Tal. Es ist ein Engtal des Rotbaches, tief in das Grundgebirge eingeschnitten mit steilen überwiegend bewaldeten Talflanken. Mehrfach queren wir den ins Tal stürzenden Wasserlauf, erleben ständig wechselnde Formationen, die von den zahlreichen Fotoapparaten festgehalten werden. So „arbeiten“ wir uns langsam nach oben, vorbei an der Großjockenmühle. An der alten Löffelschmiede am oberen Ausgang rasten wir und genießen die Sonne im geschützten Talkessel.

 

Unser weiterer Weg führt uns vorbei an Ödenbach und Weißenhof nach Hinterzarten. Dabei überqueren wir die Höllentalstraße und sind froh als wir endlich den unglaublichen Verkehrslärm, der diese den Schwarzwald querende Bundesstraße umgibt, hinter uns lassen können. (Später sind wir mit unserem Bus Teil der Fahrzeugmasse, die sich hinab nach und durch Freiburg wälzt.)

Noch rechtzeitig vor dem einsetzenden Starkregen erreichten wir nach einer fast fünfstündigen Wanderung Hinterzarten. Zum Glück entdeckten Anneliese und Werner das „Café Unmüssig“, das zudem noch Platz für unsere 23-köpfige Gruppe hat. (Kurt ist heute mitgekommen und hatte sich in der Zwischenzeit den Ort angesehen.) Während sich draußen die Regenwolken ausschütteten, genossen wir den Kaffee und das reichhaltige Kuchenangebot.

 

30.04.2014 - Colmar

Der letzte Ausflugstag führt uns nach Colmar, der Hauptstadt des Departements Haut-Rhin. Am Tourist-Info treffen wird Anne, die uns auf eine Stadtführung mitnimmt. Sie zeigt uns die berühmten und gut erhaltenen Gebäude Colmars, besonders erwähnenswert ist das Pfisterhaus (1539),das als eines der schönsten im ganzen Elsass gilt. Sie führt uns zum Geburtshaus des Schöpfers der New Yorker Freiheitsstatue, Auguste Bartholdi, zeigt uns das pittoreske Gerber-Viertel und das Unterlinden Museum (ehemaliges Dominikanerinner-Kloster).

Zur Mittags-Einkehr sind wir in der historischen Gaststätte “Pfeffel“ angemeldet. Wir genießen das französische Essen und den Wein bei französischem Flair.

 

Nach dem Essen ist Freizeit angesagt, doch wir treffen uns fast alle in der Dominikaner-Kirche. Hier ist zurzeit der berühmte Isenheimer Altar von Matthias Grünewald zu bestaunen. Dieser Wandelaltar von 1512 gehört zu den bedeutendsten Werken der Kunstgeschichte überhaupt. Auch das Meisterwerk von Martin Schongauer „Maria im Rosenhag“, gemalt 1473, beeindruckt. Der Isenheimer Altar (etwa 1475) war für die Kapelle des Spitals Antoniterkloster in Isenheim im Elsass bestimmt. Kranke wurden zu Beginn ihrer medizinischen Behandlung vor den Altar geführt, da man hoffte, der hl. Antonius wirke ein Wunder oder der Kranke gewinne wenigstens geistlichen Trost aus der Betrachtung des Altars.

Sowohl in der der Altstadt von Colmar als insbesondere in der Dominikaner-Kirche hätte man noch Stunden verbringen können, aber wir hatten heute an unserem letzten Tag der Wanderfahrt noch einiges vor. So trafen wir uns wieder am wartenden Bus. Für unsere Rückfahrt nach Riegel wählte „unser“ Fahrer die Strecke über die Elsässische Weinstraße. Dabei passierten wir viele kleine, gut erhaltene und berühmteWeinorte(wie Mittelwihr, Riquewihr, Ribeauville).

 

Der letzte gemeinsame Abend, die ersten Wanderfreunde haben bereits ihre Stiefel verstaut. Der Wirtverabschiedete sich mit launigen Worten von uns undspendierte allenein „Obstwässerle“.

Die Gruppe bedankte sich bei unserem Vorwanderteam, Helga, Gabi und Wolfgang,die uns ein wunderbares Wandergebiet aufgeschlossen haben, auch bei  Anneliese und Fritz.Besonderen Dank auch an dieser Stelle an Wolfgang, der die Organisation und Leitung übernommen  und für das gute Gelingen dieser Wanderfahrt, die uns lange in Erinnerung bleiben wird,gesorgt hat.

 

 

01.05.2014 - Tag der Abreise -

Vor Abreise erlebten wir noch die in Riegel übliche Begrüßung des Monats Mai. Die 30 Musiker der „Riegeler Blaskapelle“ spielten nach dem Frühstück vor unserem Hotelauf. Bei dem Lied „Der Mai ist gekommen“ singen wir alle fröhlich mit. Nun ging es mit dem Bus nach Freiburg und weiter mit der DB nach Kiel. Ein Hoch auf die DB: Pünktlich um 18.44 Uhr fuhr der Zug in den Bahnhof ein.

Es war eine tolle Wanderfahrt! Danke an alle, die dazu beigetragen haben.

 

 

 

Bericht:            Edda Schwarz und Hanna Spranger

Bilder:              Renate Kunschmann (RK) 
                       
Fritz Kunze (FK)
                      
Wolfgang Keibel (WK)