Infotreffen: Bau einer Klettermöglichkeit in Kiel

Am 13. September 2017, 19:00-21:00h Waldorfschule (zur normalen Kletterzeit)

 

Wanderfahrt nach Ramberg in der Pfalz (20. - 26.04.2004)

Vom 20. bis zum 26.04.2004 war die Wandergruppe der Sektion Kiel unter der Leitung des Wanderwarts Dietrich Materne mit 40 Teilnehmern in der Pfalz. Dieser hatte mit bekannter Sorgfalt Quartier und Tourenmöglichkeiten erkundet. Es stimmte einfach alles. Selbst das gewünschte Frühlingswetter passte!
 

Dienstag, 20.04.2004 – Anreise

Die Fahrt von Kiel (ab 6.15 Uhr) bis nach Annweiler verging wie im Fluge. Dort wartete die Busfahrerin Elke von der Firma Schilling auf uns und lieferte uns bereits gegen 14.00 Uhr in unserem Quartier, der Restaurant-Pension "Zum Bürstenbinder" ab. So konnte aus dem geplanten Dorfrundgang die erste Wanderung rund um den Ort werden. Nach diesem Panoramaweg schmeckte und das vom Chef zubereitet Abendessen hervorragend.
 Es versprach auch eine kulinarisch tolle Woche zu werden! Auch die Karte der Pfälzer Weine war vielversprechend und bleibt in bester Erinnerung.
 

Mittwoch, 21.04.2004 – Bürstenfabrik und Wanderung rund um Ramberg

Gut ausgeschlafen trafen wir uns um 8.00 Uhr zum Frühstücksbüfett. Danach folgte der erste Höhepunkt, die Besichtigung der Bürstenfabrik Klein. Der Fabrikant (Vater unserer Wirtin) verstand es , in unterhaltsamer und anschaulicher Weise, uns für seine Produktion zu interessieren. Alle 40 Teilnehmer kamen jedenfalls mit Besen und Bürsten der verschiedensten Art zurück. Wir wissen jetzt über die unterschiedlichen Materialien wie Piassava, Kokos, Arenga, Bahia und Kunststoff Bescheid. Keinen Käufer fanden die 1 m breiten Besen und die "Pferdezahnbürsten".

Anschließend ging die Wanderung auf Höhenwegen rund um Ramberg zur Burgruine Ramburg auf dem Schlossberg (444 m Höhe).Die Burg wurde im 12. Jhdt. von den Staufern gegründet, wie noch viele der Burgen, die wir in den nächsten Tagen sehen sollten. Eine Freude war der Anblick der grünen Wiesen und Wälder, der blühenden Obstbäume und Blumen.
Nach der Rückkehr um die Kaffeezeit machte sich noch ein Trupp auf, um zu der riesigen Burgruine Neuscharfeneck aufzusteigen. Die Mehrheit der Wanderfreunde genoss unterdessen die sonnige Terrasse bzw. Balkon bei Kaffee und Kuchen.
 

Donnerstag, 22.04.2004 – Hambacher Schloss – Kalmit

Um 9.00 Uhr starteten mit unserem Bus zum Hambacher Schloss. Reimer hatte die Gruppe schon am Tag vorher auf die geschichtliche Bedeutung des heute restaurierten Bauwerks eingestimmt. Die Ausstellung mit Schwerpunkt "Hambacher Fest" von 1832 sowie die Geschichte des Liberalismus und der Farben  Schwarz-Rot-Gold  instruiert mit modernen Medien. Sie ist äußerst sehenswert.
Von dort ging die Wanderung zum Kalmit, 672 m, mit hervorragender Aussicht, und weiter über das Felsenmeer hinab nach St.Martin. Das ist ein bedeutender Weinort der Pfalz. Alle erholten sich dort im Restaurant " St Martins Castell". Pünktlich erschien unsere Fahrerin Elke am Busparkplatz und brachte uns zurück in das gemütliche Ramberg.
 

Freitag, 23.04.2004 – Annweiler – Burg Triflis

Für den heutigen Tag stand eine Stadtführung in Annweiler und anschließend der Besuch des Trifels auf dem Programm. Doch erst einmal trafen sich 36 Wanderfreunde, um unseren beiden Geburtstagskindern Irma und Werner einen schönen   Empfang zu bereiten. Ihre Plätze wurden mit brennenden Kerzen, Geburtstagskuchen und Kartons mit Weinflaschen festlich dekoriert. Als die Beiden erschienen, erklang aus 35 Kehlen ein Geburtstagsständchen mit Begleitung einer Mundharmonika. (Abends waren dann wir alle ihre Gäste!).

Nach dem Frühstück brachte uns der Schilling Bus nach Annweiler. Unser Stadtführer führte uns dann in den Regenpausen (es gab endlich mal für ein paar Stunden Regen) durch das mittelalterliche Zentrum des Städtchens, das 1219 durch Friedrich II. Stadtrecht bekam. Er zeigte uns das Mühlrad der Gerber und das des Müllers. Im Saal des Stadtrats erfuhren wir viel über Annweilers Industrie der neueren Zeit oder besser über deren Rückgang. Was auf jeden Fall bemerkenswert bleibt, ist, dass die Pfalz, die "Toskana Deutschlands", über 500 Burgruinen aufzuweisen hat. Und besser noch: In diesem Teil der Deutschen Weinstraße gibt es 1800 Winzerbetriebe, die von 100 Millionen Weinstöcken ihre Ernte einbringen!
Im Anschluss an die Stadtführung begann der Aufstieg zur Burg Trifels, in der des Öfteren im Mittelalter die Reichsinsignien (Zepter,  Reichsapfel, Krone, Schwert) verwahrt wurden. Die heute dort ausgestellten hervorragenden Kopien sind in informativer Weise beschrieben. Die Originale befinden sich in Wien in der Schatzkammer der Habsburger, mit denen die Geschichte des Reichs endete.
Unser Bus brachte uns nach der Rückkehr vom Trifels nach Albersweiler zum Weingut Schneider. Dort wurde uns nach der Führung durch die Weinkellerei eine deftig Brotzeit serviert. Diese war als Grundlage für die anschließende Weinprobe sinnvoll. In absehbarer Zeit werden in Kiel viele Flaschen der getesteten Weine angeliefert werden.
 

Samstag, 24.04.2004 – Nothweiler – von Burg zu Burg

Auch heute wurden wir um 9.00 Uhr vom Bus abgeholt und nach Nothweiler gefahren. Bei schönstem Wetter stiegen wir von der Kirche in Nothweiler hinauf zur Wegelnburg, die mit 570 m die höchste Erhebung dieser Tour war. Der Rundblick begeisterte alle. Die Imbisspause aus dem Rucksack fand in windgeschützter Lage statt, bevor es von Burg zu Burg weiter ging: Hohembourg (Elsass 551 m), Löwenstein und Fleckenstein (358 m), eine gigantische Anlage mit ursprünglich wenigstens 10 Stockwerken. Nach der Besichtigung des Fleckensteins ging es eine knappe Stunde weiter zum Gimbelhof (341 m), einem Restaurant in romantischer Lage. Das Wetter war so schön, dass wir im Freien unter blühenden Obstbäumen sitzen konnten. Der Wanderwart verkündete, dass jeder auf Kosten der Wanderkasse essen und trinken könne-------allerdings mit einem Limit von 6 bis 7 Euro. Hier bewährte sich die Gruppendisziplin: Die Konsumgrenze von 6 Euro wurde nicht überschritten, und alle waren zufrieden. Der Rückweg nach Nothweiler und die Busfahrt nach Ramberg beendeten einen wunderbaren Wandertag. Die "Krönung" des Tages war ein gemütlicher Abend mit Bürstenbinder Klein und seiner Sängerin Elli.
 

Sonntag, 25.04.2004 – Wanderung oberhalb von Dahn

Für unseren letzten Wandertag war eine Wanderung oberhalb von Dahn vorgesehen. Zuerst besuchten wir den Ehrenfriedhof. Danach wanderten wir über Hochstein zur Burgruine Alt Dahn und den Nachbarburgen. Wieder hatten wir herrlichstes Wanderwetter und waren alle traurig, dass dies der letzte Wandertag in der Pfalz sein sollte. Der Weg führte uns über Erfweiler auf einem Kammweg zum Jungfernsprung, oberhalb von Dahn, und dann nicht im Sprung sondern am Hang hinab bis Dahn und zum Kaffee Eisheisel. Dort wurden Eisportionen bestellt und serviert, wie es sie in der Wandergruppe nur selten gibt. Nur als Belohnung einer großartigen Wanderleistung.
Rechtzeitig erschien wieder Elke mit Schilling Bus und brachte uns zum Bürstenbinder zurück. Vor dem Abendessen mussten die Koffer gepackt sein, denn die Zeit danach wurde für den Abschiedsabend benötigt. Karl Schilke hatte in bewährter Art ein Theaterstück verfasst, dessen Uraufführung und einzige  Aufführung tosenden Beifall und Begeisterung hervorrief. Der Titel des Stücks war: "   Die Jagd auf die Elwedritsche". ( Sagenhafte, sprechende Tiere, wie es sie nur in der Pfalz gibt). Der Dank für die hervorragende Vorbereitung und Durchführung der Wandertour galt dann besonders unserem Wanderwart, der uns bereits für das nächste Jahr eine Tour in den Schwarzwald ankündigte. Der Abschied aus der Pfalz gestaltete sich feucht fröhlich.
 

Montag, 26.04.2004 – Rückreise

Auch heute an unserem Abreisetag hatten wir ein Geburtstagskind zu feiern: Kurt. Die nötige Übung hatten wir ja inzwischen. Kurt hatte vorsorglich viele Flaschen Rotwein besorgt, die behutsam mit auf die Rücktour genommen wurden. (Sie erreichten Kiel nicht.)

Ein letztes Mal chauffierte uns Elke nach Speyer, wo  wir unser Kulturprogramm, nach Gepäckabgabe am Bahnhof, vervollständigten. Wir bekamen eine Domführung von einem engagierten jungen Mann, der es verstand, die Dimensionen des Speyrer Doms in Beziehung zu setzen zu der geringen Einwohnerzahl der damaligen Stadt (500  Einwohner). Die Größe dieses Baus  ist  nur zu begreifen, weil darin viele Kaiser, Könige und Königinnen beigesetzt worden sind.
Vor der Abreise nach Kiel kehrten wir in die Hausbrauerei Dornhof ein und genossen ein stärkendes Mittagessen. Anschließend bummelten wir durch Speyer zum Bahnhof zurück, holten unser Gepäck ab und stiegen in den Zug nach Mannheim. Von dort brachte uns ein ICE nach Hamburg. Um 22.38 Uhr waren wir wieder Kiel.
 


 

Nachsatz

Die harmonische Wanderwoche in der Pfalz werden alle Teilnehmer in bester Erinnerung behalten. Danke, lieber Dietrich, für alles.
 

Bericht:     Inga und Reimer Göttsche