Infotreffen: Bau einer Klettermöglichkeit in Kiel

Am 13. September 2017, 19:00-21:00h Waldorfschule (zur normalen Kletterzeit)

 

Wanderreise der Wandergruppe nach Lechleiten im Lechtal

vom 2. bis 9. September 2014

Diesmal führte uns die Wanderreise in das Lechtal. Das Lechtal gehört zum größten Teil zum österreichischen Bundesland Tirol und zu einem kleinerem Teil zu Vorarlberg. Zum Lechtal gehören die Lechtaler Alpen, das Lechtalquellengebirge und die Allgäuer Alpen. Damit gehört unser gewählttes Wandergebiet nicht nur geologisch zu einem der abwechslungsreichsten der Alpen.
Untergebracht waren wir in Alpengasthof Alpenrose in Lechleiten.

Dienstag, 2. September - Anreise

6:20 Uhr: Die Sonne geht auf über Norddeutschland: „Schaut sie euch noch mal an, wir werden sie eine Woche lang nicht sehen:“ Helga bereitet ihre Truppe mental auf schlechtes Wetter während unserer Wanderreise in die Lechtaler Alpen vor.
 Dann packt Helga die Wanderkarten aus und zeigt Pläne für die schönsten Touren, z.B.den Karhorn- Rundgang, „wenn es nicht regnet“ ist ihr Standard- Abschlusssatz.                   
Von Reutte aus holen uns die Seniorchefs des Hotels „Alpenrose“ ab um uns in die äußerste Ecke des Lechtals im Lechquellengebirge auf 1512 Meter zu fahren. Die Zufahrtsstraße ist zeitweise gesperrt, denn dort wird ein Teil des Bergs weggesprengt. Wir huschen gerade noch vor der 3 stündigen Sperrung an der auf Rot springenden Ampel durch, um gegen 19 Uhr reisemüde und durstig unsere Zimmer zu beziehen.
Marion, die eine Stunde später gestartet war, kommt um 21.30 glücklich in unserem Hotel an.

 

Mittwoch 3. September - Rund um das Karhorn

Länge: 17,5 km (davon 1,3 km mit Steffis Alp Express)
Anstieg: 893 (davon 364 Höhenmeter mit Steffis Alp Express)
Abstieg: 778 m
Höchster Punkt: 1884 m
Plan: Karhornrundweg, Aufstieg mit „Steffis Alp- Express“, dank der Lechcard sind schon alle Bus- und Seilbahn- Gebühren bezahlt.

7 Uhr: Nebel, kalt. Wir frühstücken und starten um 9 Uhr, da heben sich die Nebel und wir gehen auf dem neuen Lechweg über die Hängebrücke abwärts zu Steffisalp-Express  in Warth. Von der Bergstation (Horst macht sich von hier aus auf den Rückweg, um uns evtl. am Körbersee zu treffen) im Gebiet von Steffisalpe führt der Weg vorbei am Wannenkopf hinunter nach Bürstegg (der ersten Walsersiedlung im Gebiet von Lech). Über den Karbühel und Auenfeldsattel erreicht man mit schönen Blicken auf die Berggipfel von Juppenspitze und Mohnenfluh die untere Auenfeldalpe. Entlang der Bregenzerach, die sich hier schön durch das moorige Auenfeld schlängelt, erreichen wir bald darauf den Körbersee.


Helgas Wettervorhersage: „Trägt der Berg einen Kragen, kannst du den Aufstieg wagen. Trägt er einen Hut, wird das Wetter gut. Hat er einen Sabel, wird das Wetter miserabel.“

Heute scheint zunehmend die Sonne und nachdem wir am Körbersee eine leckere Einkehr hatten, steigen wir über den Salobersattel ab zum Kalbelesee und fahren mit dem Bus zurück nach Warth. In Warth der Bus nach Lechleiten ist so voll, dass wir uns nicht fest zu halten brauchen.

Donnerstag, 4. September - Von der Formarinalpe durchs Steinerne Meer (Geologiewanderung)

Länge: 9,2 kmAnstieg: 367 mAbstieg: 367 mHöchster Punkt: 2101 m

Mit dem Hausexpress werden wir bis Warth gebracht, vom Seniorchef des Hauses (passend zum Fahrstil spielt das Autoradio„Völlig losgelöst von der Erde ...“). Übrigens schaffen wir es, mit 11 Leuten in einem 9-Personenbus bis vor die Polizeistation zu fahren. Der Dorfscheriff kommt raus und fragt den Chef der Alpenrose, ob er einen Busführerschein hätte.
Öffentlicher Bus von Warth aus nach Lech, wo Helga ihren herben Charme spielen lässt und den Busfahrer dazu bringt, uns schon vor der Haltestelle einsteigen zu lassen.
An der Formarinalpe auf 1873 m steigen wir aus und starten mit der Runde um den Formaletsch ins Steinerne Meer. Dort bewundern wir am Wegesrand einen riesigen Ammoniten, ein steinernes Korallenriff und andere erstaunliche geologische Formationen.

Der Steinbock war leider nur eine Skulptur, die den Wanderen wohl Appetit auf mehr machen sollte.

Unterwegs begegnet uns ein junges Murmeltier, das uns nahe herankommen lässt, so dass wir es in Ruhe betrachten können.
Das Steinerne Meer erweist sich als anstrengender als gedacht: Über ein Blöckefeld steigen wir ca. 90 Minuten lang bis wir den Formarin- See erblicken. Hier entspringt der Lech.
Endlich erreichen wir die Freiburger Hütte, um festzustellen, dass wir für eine Einkehr keine Zeit mehr haben. Zum Trost erwartet uns unser Hotelier Fredi mit Köstlichkeiten aus eigener Produktion: unter anderem gegrillte Kalbswürsteln.

Freitag, 5. September Petersboden bis Butzensee, Mohnensattel, Abstieg nach Oberlech

 Länge: 11,1 km
Anstieg: 583 m
Abstieg: 849 m
Höchster Punkt: 2315 m

 8.30 Uhr bei überwiegend blauem Himmel nehmen wir den Bus bis Lech, Seilbahnaufstieg bis Petersboden. Von dort aus steigen wir zur Umrundung des Butzenensees auf 2124 m und hoch auf den Mohnensattel. Auf dem Weg dorthin überfällt Hannes uns Frauen mit Schneebällen – puh, kalt.
Aus der Mittagsrast schreckt uns alle ein Donnern vom gegenüberliegenden Gipfel des Rüfikopfes auf, so dass wir im Handumdrehen auf dem Bergab- Rückweg sind.
Leider ist die Gais-Bühel –Alpe geschlossen, so dass wir weitermarschieren bis nach Oberlech. Dort fallen wir in das erstbeste, hochpreisige Hotel- Restaurant „Mohnenfluh“ ein, um in Apfelstrudel, Kaiserschmarrn mit Zwetschgenröster und anderen Köstlichkeiten zu schwelgen, während sich das Gewitter ins Blaue auflöst.
Nach dem Abendessen überrascht uns Hannes zur Feier des Bergfests mit einer  kleinen Obstrunde und launigen Geschichten. An dieser Stelle ein Extra- Dankeschön an Hannes, denn mit seinen netten Ideen sorgt er für einen  guten Gruppenzusammenhalt.

Samstag, 6. September - Über den Rüfikopf bis ins Bockbachtal

Länge: 10,7 km
Anstieg: 220 m
Abstieg: 1043 m
Höchster Punkt: 2350 m

Wandern mit Fredi, dem Chef de Cusine zum Rüfikopf per Bergbahn. Aufstieg bei bedecktem Himmel zum Wöstersattel und ab zum Bockbachtal auf vier verschieden rutschigen Wegabschnitten: große Steine mit Matsch, reiner Matsch,  rutschige Zweige im Matsch, Kuhwiese mit Matschlöchern und zum Abschluss ein langes Brett über einen Bach.
Mehrere Murmeltiere von Nahem, von Fern und in Gruppen zeigen sich. Während der Trinkpause entdecken wir 3 Gemsen auf der Geröllhalde an der Wösterspitze. Zwei Steinadler kreisen über der Wösteralpe.
Verschiedene Blautöne in den Eisenhutblüten, germanischem und Schwalbenwurz- Enzian leuchten uns entgegen zusammen mit dem eisblauen Wasser des Bockbachs im Tal.
Enzianschnaps wird übrigens aus 10 bis 15 kg Wurzeln des Gelben Enzians gebrannt, die darf nur ernten, wem der Grund gehört und der einen Antrag bei der Behörde gestellt hat.

Sonntag, 7. September - Motto des Tages: Grenzgänger über drei Pässe

Länge: 11,8 kmAnstieg: 741 mAbstieg: 623 mHöchster Punkt: 2003 m 

Schrofenpass bis Gehrener Berg, Koblathütte, Koblatpass, Haldenwangerkopf, Hirschgehrenweg, Schäufele, vorher den Ausblick ins Kleinwalsertal, Gemstlpass, Widdersteinhütte und Abstieg
9:00 Uhr, Sonnenschein, wir steigen auf rutschigem Untergrund auf. Beim Schrofenpass entscheidet sich Dorothea zum Umkehren und steigt ab. Statt dessen hilft sie bei den Wirtsleuten in der Heuernte.
Die Sonne strahlt ununterbrochen und am Grenzstein zwischen Bayern, Vorarlberg und Tirol machen wir die erste Pause. Der Aufstieg zieht sich hin, doch unverdrossen steigen wir weiter auf, obwohl der Gehrener Berg sich einfach nicht zeigen will.
Nachdem wir uns gestärkt haben, finden wir auch den 2. Grenzstein zwischen Bayern, Tirol und Vorarlberg. Der Ausblick von dort ist atemberaubend, denn wir schauen ins Steinbachtal und auf der anderen Seite ins Lechtal hinab.

Wieder zieht sich der Aufstieg zum Koblatpass lange hin. Das Tier des Tages heute: Bergkröten, die dick und träge am Berg hüpfen.
Wieder feucht- matschige Pfade bergauf. Der Germstlpass belohnt uns mit Ausblick in die Zentralalpen und Richtung Bayern. Von dort folgen wir dem Grat bis zur Widdersteinhütte (2015 m), so dass man mal nach Österreich mal nach Deutschland hinein schauen kann. Gegen 15.45 fallen wir müde und hungrig in der Widderstein-Hütte ein.

Abwärts sind wir dann erstaunlicherweise schneller als auf dem Schild angekündigt. Zum Glück werden wir an der Bushaltestelle wieder vom Chef der Alpenrose mit dem Hausbus abgeholt, so dass wir rechtzeitig zum Hirschragout wieder im Hotel sind.

Montag 8. September - Lechtal- Weg abwärts bis Steeg zur Käserei Sojer

Länge: 13,9 km
Anstieg: 192 m
Abstieg: 609 m
Höchster Punkt: 1560 m
 

9:00 Uhr. Nachdem Susanne die kleine Morgengymnastik für die Gruppe abgeschlossen hat starten wir mit Helga zum Lech- Weg. Dieser neue Weitwanderweg führt am Haus Alpenrose vorbei und über einen Pfad zunächst weit oberhalb des Lechs bergab. Für unsere Beine ist diese Strecke eine Wohltat während wir den Blick noch einmal ins Bockbachtal und die Gipfel auf der anderen Lechtal- Seite schweifen lassen. Auch heute lacht uns die Sonne.
Von einer hohen Brücke schauen wir auf den Lech, der dort schon als ca. 10 m breiter Fluss in seinem Bett strudelt und schäumt. Helga wählt für die Mittagsrast einen beschaulichen Platz am Ufer. Wir sitzen auf moosigen Uferbänken und einem trockenen Baumstamm im Geröll, so dass wir dem Rauschen des Flusses zuhören können.

In Steeg zieht es uns alle in die Käserei Sojer. Dort werden nicht nur lokale Käsespezialitäten produziert, sondern alles, was man aus Milch herstellen kann. Wir schwelgen in Topfenstrudel, Käsebrot, Eis, Milchshakes und bekommen so viel Lust auf diesen Geschmack, dass die Meisten sich einen guten Vorrat von den Käsesorten (ca. 40 verschiedene) mitnehmen.
Bei einsetzendem Regen holt uns der Alpenrosebus aus Warth ab. Wir sind rundum zufrieden und glücklich mit dieser äußerst gelungenen Abschluss- Wanderung.

Helga hat für diese gesamte Wanderwoche sehr interessante, abwechslungsreiche Touren vorbereitet und uns gelassen an langer Leine geführt. Darüber hinaus macht es großen Spaß ihren umfangreichen Kenntnissen zu den alpinen Pflanzen zu lauschen. „Was ist das hier?“ Diese häufig gestellte Frage konnte Helga erstaunlicherweise nicht nur mit dem Namen der Pflanze, sondern auch mit Hinweisen zu deren Eigenschaften beantworten. 

Liebe Helga, ein riesengroßes Dankeschön für diese besondere Wanderwoche!
Danke auch an die Foto- Mafia: Eryka, Christian, Silke, Dörte. ... und Silkes Navigation.

 

Bericht: Susanne König
Bilder: Eryka & Christian Meyer-Delius, Silke Seemann