Infotreffen: Bau einer Klettermöglichkeit in Kiel

Am 13. September 2017, 19:00-21:00h Waldorfschule (zur normalen Kletterzeit)

 

Wanderfahrt nach Davos (25.08. - 03.09.2009)

Zusammenfassender Kurzbericht:

Der ausführliche Wanderbericht von Wolfgang Keibel über unsere gemeinsamen Wanderungen im Umfeld von Davos im Jahr 2007 hat den Wunsch zu einer Wanderfahrt in diese Region losgetreten.
Meiner Einladung zu einer Wanderfahrt nach Davos sind 32 Mitglieder der Wandergruppe gefolgt. Wir wohnten in sehr gepflegten Einzel- und Doppelzimmern im Youthpalace in Davos.
Bei überwiegend hochsommerlichem Wetter konnten wir das geplante Wanderprogramm ohne Probleme bewältigen. Wir haben uns täglich neu in unterschiedliche Leistungsgruppen aufgestellt und versucht, am Schluss jedes Wandertages wieder zusammenzutreffen, um gemeinsam einzukehren und Erfahrungen und Erlebnisse auszutauschen.
Die im Sommer für Touristen kostenlosen Berg- und Seilbahnen haben uns in die Lage versetzt, ohne kräftezehrende Aufstiege die schönsten Panoramawege oberhalb von Davos und Klosters erwandern zu können.

Besonders gefallen haben uns die hübsch gelegenen Einkehrmöglichkeiten auf den Almen und den Seitentälern von Davos. Wir stellten zu unserer Zufriedenheit wiederholt fest, dass das Negativbild von der "unbezahlbaren teuren Schweiz", aber insbesondere von Davos, zumindest in Teilbereichen völlig unbegründet ist.
Am Ende unserer Wanderfahrt gab es in der Wandergruppe nur eine Meinung: Davos ist Spitze!
Alle 32 Wanderinnen und Wanderer sind nach 9 Tagen erlebnisreicher Wanderungen mit vielen Eindrücken glücklich und zufrieden wieder nach Kiel zurückgekehrt.

Bericht:    Dietrich Materne 
Fotos:      Rolf Küchler 
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Davos mal ganz anders

Wanderungen in einer Region, die bekannt ist als Schigebiet
Wanderreise 06.09.
- 15.09.2007

Davos – ich hatte bisher viel von Davos gehört und gelesen – meist im Zusammenhang mit Wintersport und so. Dietrich Materne hatte mich gefragt, ob ich Lust hätte auf eine Wanderung im Umfeld von Davos – im September. Ich hatte mir gesagt: Tolle Zeit für eine Wanderung in den Alpen, sicherlich schönes Wetter, gute Fernsicht – aber in Davos? Davos liegt hoch, 1600 m NN. (Schnee, Wetterrisiko, Wetterstürze etc…..)
Die Gruppe um Dietrich: 9 Männer, alle in meinem Alter, wenigstens ähnlich; 4 davon tragen den Namen Materne, sind Brüder, ein weiterer sein Schwiegersohn. Dazu Karl, ein Winzer (Ich trinke gerne einen guten Tropfen, verstehe auch etwas davon.) Werner Hesse und Eberhard Pöhls – beide sind Mitglieder in unserer Kieler Wandergruppe – gehören ebenfalls zur Gruppe. Der neunte ist Wolfgang Ries aus Köln – wir kennen uns bereits von einer anderen Unternehmung.
Ich sagte zu – sehr gerne, war begeistert und sehr gespannt.
Wir fuhren mit dem PKW. (Sollte man nicht wieder tun, denn in Davos benötigt man keinen PKW. Die öffentlichen Verkehrsnetze sind ausreichend dicht und mit Hilfe der Regionalkarte weitestgehend umsonst nutzbar). So überspringe ich die Schilderung unserer 2-tägigen Anreise und beginne meinen Bericht mit unserem Eintreffen in Davos.
Vor Klosters überwinden wir auf einer wunderschönen Brücke, einer geschwungenen Pylonbrücke den Landquart, bevor wir durch den rd. 5 km langen Straßentunnel die Passstrasse hinauf nach Davos gelangen.
Wir wohnen im Jugendhotel „Youthpalace“ oberhalb von Davos-Dorf.
Das Haus war vormals ein Sanatorium und verfügt über 250 Betten.
Welch ein toller Blick über Davos! (Davos teilt sich auf in „-Dorf“ und „-Platz“.)
Mein Zimmer besitzt einen Balkon – eine Dachterrasse – mit einer Liege aus Rattan. Sollte hier einmal Thomas Mann gekurt haben, als er 1924 hier in Davos seinen „Zauberberg“ schrieb?
Anmerkung: Es gilt als erwiesen, dass die Schatzalp sein „Zauberberg“ war. 

Doch zu den Wanderungen: 
Davos im Sommer bietet 3 Bergbahnen, die den Wanderer mühelos aus rd. 1600 m NN in Höhen bis rd. 2700 m NN bringen:
Jakobshorn-Bahn   von Davos-Platz zum Jakobshorn (2590 m NN)
Parsennbahn          von Davos-Dorf zum Weißfluhjoch (2693 m NN)
Schatzalpbahn        von Davos-Platz zur Schatzalp (1861 m NN)
Darüber hinaus gibt es gute Busverbindungen, die bis in die Orte der hinteren Täler fahren und dabei in Höhen bis rd. 2000 m NN.
 

8.09.2007 – Jakobshorn – Sertig-Dörfli

Zum „Einlaufen“ wählten wir für den ersten Tag die Wanderung vom Jakobshorn (2590 m)  nach Sertig-Dörfli (1861 m). (Es hatte einen Wettersturz gegeben und ab 2000 m lag Schnee.) Schwierig war ausschließlich der frische Schnee. Alles andere war wunderbar: Die klare Luft, die Fernsicht, die Unternehmungslust ……. Die Freude auf 6 schöne Wandertage.
Wir verstanden uns gut, bewegten viele Gesprächsthemen – auch tiefgehende – und lachten ausgelassen.
In Sertig-Dörfli (1861 m) angekommen, lockten ein phantastischer Panoramablick auf den Hoch Ducan (3063 m) mit Mittagshorn und andere Nachbarberge sowie der Hinweis auf eine Einkehr in einem Gartenlokal. 
Angesichts dieser wundervollen Kulisse wurde das Ziel einer der Highlight-Bergtouren der nächsten Tage geboren: Am Wasserfall vorbei durch das Ducantal hinauf zur Fanezfurgga nach Monstein. Aber sachte: Erst müssen wir uns noch „einlaufen“.
Die heutige Bergtour: 3,5 h Wanderzeit, rd. 800 Höhenmeter.

 

9.09.2007 – Schatzalp

„Einlaufen“ hat Dietrich gesagt. Um 8:30 Uhr werden wir vom reichhaltigen Frühstücksbuffet hochgescheucht. Und dann geht es direkt vom Jugendhotel aus steil bergauf..... Wir sind doch alle Rentner – bis auf Henning, Dietrichs Schwiegersohn!
Es wurde eine wunderschöne, lohnende Wanderung mit herrlichen Weit- und Talsichten.
Die Schatzalp (1861 m) war bald erreicht. (Wir hätten auch mit der Bergbahn auffahren können, aber wir sollten uns ja „einlaufen“...) Das hier befindliche Hotel hat seine Blütezeit lange hinter sich und nur wenige Gäste scheinen den herrlichen Blick von innen zu nutzen.
Auf einer Bildtafel erklärt der neue Investor, wie das Anwesen aus- und umgebaut werden soll: Ein über 100 m hoher runder Bettenturm soll entstehen, mit dem das Hotel rentabel werden soll. Unsere Ansichten reichen von „toll“ bis „“verunstaltet das Tal“, wurden vom Investor aber nicht abgefragt. So zogen wir weiter – lange noch im Sichtfeld des Hotelriesen – über die Lochalp (2003 m) weiter zur Grueni Alp (1913 m) Hier machten wir vor der wunderbaren Bergkulisse um das Jakobshorn herum Rast. Danach ging es weiter über die Erbalp (1907 m) zur Stafelalp (1894 m) und danach talwärts über Matten nach Frauenkirch (1505 m).
Die heutige Bergtour: 4,5 h Wanderzeit, rd. 500 Höhenmeter.
 

10.09.2007 – Weißfluhjoch – Parsenn

Heute soll es also losgehen. (Bislang haben wir uns ja nur „eingelaufen“)
Mit der Parsennbahn fahren wir ab Davos-Dorf (1560 m) hinauf zum Weißflühjoch (2663 m). Nicht alle: Ulli hatte an der Talstation gemerkt, dass er keine Bergschuhe anhat. Das war ein Gelächter!
Bis Ulli (mit Bergschuhen) eintraf, hatten wir ausreichend Zeit, die atemberaubende Fernsicht von hier oben zu genießen. 
Während wir alle die herrliche Aussicht in uns aufsogen, erklomm Karl, der Winzer, die Spitze des Weißflüh – er brauchte das!
Wieder komplett, marschierten wir durch das hochalpine Schigebiet des Weißflühjochs. Dietrich schilderte mir, was hier im Winter „abgeht“ – welch ein Kontrast! Ich genieße die Ruhe, den immer wieder bezaubernden Blick ins Tal und die Bergwelt. Unser Weg – im Winter die Schipiste – führt uns steil abwärts vorbei an der Parsennhütte. Auf den hervorragenden Markierungstafeln wird er als „Panoramaweg“ gekennzeichnet. Unvermittelt gelangen wir zum Gotschnagrat. Man hätte mich vorwarnen sollen: Unter uns liegt das ganze Landquart-Tal mit Klosters und der bereits beschriebenen Pylonbrücke. Unsere von mir beschwärmte Anfahrroute liegt uns zu Füßen! 
Zeit für eine Einkehr in die Bergstation der  Gotschnagrat-Bahn. (2285 m)
Danach fahren wir mit der Bergbahn talwärts bis zur Mittelstation. (Unsere Regionalkarte deckt den Fahrpreis auch für diese Bahn ab.) Wir umgehen auf diese Weise einen steilen Abstieg über den Gotschnahang. Nach unserer Wanderkarte verläuft der Weg ab hier nahezu in einer Höhe. Seitlich neben uns fällt der mit kniehoher Vegetation bedeckte Berg steil ab, für manche der Gruppe grenzwertig. So erreichen wir auf bequemen Wegen den Davoser See (1559 m). Hier lädt uns ein Gartenlokal zum „Sundowner-Bier“ ein.
Danach gelangen wir per Bus zurück nach Davos-Dorf.
Die heutige Bergtour: 5,5 h Wanderzeit, rd. 600 Höhenmeter.
 

11.09.2007 – Drusatscha – Klosters

Es regnet. Für uns kein KO-Kriterium! Wir wollen nach Klosters, also brechen wir wie geplant gegen 8:30 Uhr auf. Es gibt bekannterweise kein schlechtes Wetter, es gibt nur eine unpassende Kleidung. Unsere Regenbekleidung ist dicht, wenn auch sehr ausladend.
Auf der östlichen Seepromenade passieren wir den Davosersee und biegen dann ab in der Falllinie hinauf zur Drusatscha (1759 m). Eine Stunde Wegstrecke liegt hinter uns, als es aufhört zu regnen. Über leicht zu begehenden Wegen gelangen wir bei Tritt an den unteren Teil der Mönchalp und wandern seitlich des steil ins Tal stürzenden Mönchalpbaches nach Grüenbödeli. Nach kurzer Rast am noch immer reißenden Mönchalpbach wandern wir auf breiten Wanderwegen nach Klosters.
Auf dieser Wanderung erfahre ich von Karl viel Wissenswertes über Weinanbau, Weinsorten, die Kelterei und vieles mehr.
In Klosters-Platz (1179 m) angekommen, kehren wir dem Bahnhof visavis in eine Gaststätte ein, wo ich mich an einem vorzüglichen Glas Blauburgunder erfreue.
Nach Davos kehren wir zurück mit dem Zug.
Die heutige Bergtour: 5,5 h Wanderzeit, rd. 800 Höhenmeter.
 

12.09.2007 – Ducantal – Fanezfurgga – Monstein

Was wir am Ende unserer ersten Wanderung im Gartenlokal in Sertig-Dörfli ins Auge gefasst hatten, soll heute umgesetzt werden. Wir fahren mit dem Bus von Davos-Platz bis nach Sertig-Sand (1859 m). Von dort wandern wir entlang des Ducanbachs durch das noch schattige Tal. Links ragt das Gforen Horn (2746 m) auf, rechts das Älpli-Bergmassiv (bis 3006 m) und vor uns das Ducangebiet (bis 3000 m). Es wird erst wärmer, als wir aus dem Schatten der Berge herauskommen. Aber das dauert noch. Vorher steigen wir aufwärts auf das Mittagshorn zu, schwenken ab, passieren den Ducanbach-Wasserfall und queren den Ducanbach oberhalb des Wasserfalls. Weiterhin im Schatten laufen wir auf dem immer steiler werdenden Pfad in das Ducantal hinein. Je weiter wir uns dem Grat, der Fanezfurgga (2580 m), nähern, umso alpiner wird der Bergpfad.

Auf dem Kamm empfängt uns eine Schneewechte. Dann rasten wir und trocknen die schweißnassen Kleidungsstücke.
Karl, Ulli und Eberhard haben sich rasch erholt und schauen ständig auf die Gipfel oberhalb der Fanezfurgga. Das Chrachenhorn (2891 m) hat es ihnen angetan. Es führt kein ausgetretener Weg hinauf.
Ohne Gepäck ziehen sie los – diese Wilden! Wie Gämsen überqueren sie Geröllfelder und erreichen den Gipfel. Dietrich und ich gehen schon mal vor, da wir Wölfer in Monstein erwarten. Die anderen wollen auf die „Wilden“ warten und mit ihnen nachkommen.
Der Abstieg nach Monstein ist sehr bequem. Bei Oberalp begegnen wir Wölfer und wandern mit ihm talwärts. Unterhalb unseres Weges rauscht der Oberalpbach ins Tal. In Monstein (1626 m) rasten wir auf der Terrasse einer Gaststätte. Nach einiger Zeit kommen auch die anderen. Sie haben viel zu berichten……
Ein Bus bringt uns zurück nach Davos.
Die heutige Bergtour: 8,5 h Wanderzeit, rd. 1680 Höhenmeter.
(Für die „Wilden“ waren es 2300 Höhenmeter)
 

13.09.2007 – Dürrboden – Grialetsch – Flüelapass

Wir fahren mit dem Bus von Davos-Dorf  ins Dischmatal bis nach Dürrboden (2007 m). Von dort wandern wir den Dürrbodenberg hinauf durch die Fuorcla da Grialetsch, eine besonders steile Wegstrecke, und dann vorbei am Furggasee bis zur Grialetsch-Hütte (Chamanna da Grialetsch) (2542 m). Dort bedient uns eine Studentin, die sich hier in der Schweizer Bergwelt auf eine Reise nach Neuseeland vorbereitet. Ulli kann ihr einige Tipps geben, die sie dankend aufnimmt.
Frisch gestärkt brechen wir auf Richtung Flüelapass. Noch ahnen wir nichts von den Schwierigkeiten, die vor uns liegen. (Wären wir sonst umgedreht?)
Auf dem unteren Höhenweg wandern wir – stets das Tal weit unterhalb von uns mit den schneebedeckten Höhen des Piz Sursura (bis rd. 3200 m) dahinter – auf gut markiertem Weg. Dieser quert einige Geröllfelder, die auch den absolut Trittfesten unter uns einige Mühen abverlangen. Dann stehen wir oberhalb des Flüelapass. Wir sehen die zahlreichen Autos, die sich die Passstraße aufwärts schrauben, hören das Brummen der geforderten Motore, wir stehen in 2500 m Höhe, jene fahren rd.300 m unterhalb von uns. Das ist ein toller Anblick……
Doch dann kommt das böse Ende dieser Wanderung: Der Weg hinab zur Passstraße ist verschneit – mehr als kniehoch.
Der Abstieg erwies sich als überaus kräftezehrend und anspruchsvoll.
Wir rasteten neben der Passstraße an einem Wasserfall.
Mit neuen Kräften wanderten wir neben der Straße bis zum Ospiz (Passhöhe) (2383 m) und fuhren nach einer Einkehr ins Ospiz mit dem Bus zurück nach Davos.
Die heutige Bergtour: 7,5 h Wanderzeit, rd. 850 Höhenmeter.
 

14.09.2007 – Höhenweg – Strelapass – Schatzalp

Mit der Parsennbahn fahren wir ab Davos-Dorf (1560 m) hinauf Richtung Weißflühjoch. Wir steigen diesmal aber bereits an der Mittelstation Höhenweg (2219 m) aus und wandern über den Schiawang mit herrlichen Fern- und Talsichten zum Strelapass (2350 m). Der Weg bietet unglaublich schöne Sichten ins Tal mit Davos und seinen Seitentälern.
Am Strelapass machen wir Rast auf der (windgeschützten) Terrasse. Die Wirtsleute zeigen sich wenig einladend. Und somit ziehen wir weiter – talwärts über den Strelaberg zur Strelaalp. Von dort gelangen wir weiter zur Schatzalp (1861 m).
Da wir bereits hier waren, besteigen wir die Schatzalpbahn und fahren mit ihr ins Tal nach Davos-Platz (1558 m).
Diese Bergtour: 3,5 h Wanderzeit, rd. 360 Höhenmeter. 
 

Der Tagesverlauf hat noch Raum für ein Kulturprogramm:
Im Kunstmuseum von Davos-Platz werden die Werke von Ernst-Ludwig Kirchner gezeigt. Kirchner war während der Nazidiktatur in Deutschland nach Davos emigriert. Seine Bilder wurden damals zur „entarteten Kunst“ erklärt.
Ich habe hier viel Geld gelassen für Drucke.


Nachsatz:

Die Umgebung von  Davos ist überaus vielseitig: Sie bietet Wanderungen für alle Ansprüche. Besonders reizvoll sind dabei die Bergbahnen, die den Wanderer in große Höhen bringen und ihm damit unglaubliche Fernsichten bieten.
Dietrich und ich haben uns darauf verständigt, der Wandergruppe für 2009 eine Wanderfahrt nach Davos anzubieten. Das Wanderprogramm wird nicht das gleiche sein und muss auf die Leistung der Gruppe abgestimmt werden. 
Wir sind überzeugt davon, dass es eine wunderschöne Wanderfahrt werden wird – so wie die unsere eine wunderschöne war.


Bericht und Fotos:   Wolfgang Keibel