Wanderfahrt an die Flensburger Förde
vom 26. April bis 30. April 2026
26. April: Hinfahrt nach Glücksburg, Stadtrundgang
Die Anreise nach Glücksburg erfolgte bei bestem Wetter. Für unsere Wanderfahrt hatten wir die letzte Aprilwoche gewählt, zeitlich und kostenmäßig damit noch in der Nebensaison. Von den 14 Teilnehmern fuhren 9 Personen in Fahrgemeinschaften mit dem Privat-PKW, die andern 5 reisten per Bahn und Bus an. Unsere Unterkünfte lagen im Ortsteil Sandwig, wir verteilten uns dort auf ein Hotel und eine Pension.
Nachmittags um 15:30 Uhr starteten wir dann vom Hotel aus einen Erkundungsgang durch die Stadt. Wir gingen hinunter zum nahen Kurstrand mit der Seebrücke, von der Strandpromenade bot sich ein herrlicher Blick über die Flensburger Förde bis nach Dänemark. Vom Yachthafen aus folgten wir dem Philosophenweg und kamen an Planetarium und Fördeland-Therme vorbei zum Schlossteich mit einem schönen Blick auf das Wasserschloss, einem der bedeutendsten Renaissanceschlösser in Nordeuropa. Dann ging es über den Skulpturenweg zurück nach Sandwig.
27. April: Rundwanderung Yachthafen – Meierwik - Roikier See - Schloss
Bei schönen, aber frischem Wetter starteten wir morgens nach dem Frühstück zu einer Rundwanderung durch die Waldgebiete südwestlich von Glücksburg. Nach dem Yachthafen biegt der Weg in den „RuheForst Flensburger Förde/Glücksburg“ ein. Alte, mächtige Baumriesen wie Buchen und Eichen ragen in den Himmel empor und bildeten ein schützendes Dach, unter denen Bestattungen in biologisch abbaubaren Urnen möglich sind. Der Weg führte uns nun durch den frühlingshaften Mischwald an die Steilküste. Hoch über dem Wasser mit herrlichen Ausblicken über die Flensburger Förde wanderten wir auf teilweise schmalen Wegen immer am Ufer entlang. Am Wasser wieder angelangt, erreichten wir kurz darauf den Glücksburger Ortsteil Meierwik mit dem alten sehenswerten 5-Sterne-Hotel "Alter Meierhof".
Nach einer Mittagspause am Strand von Solitüde spazierten wir zum Roikier See, der um 1200 von Mönchen angelegt wurde. Heute ist er der einzige Waldsee in Angeln und besticht mit seinem klaren Wasser und zahlreichen Schwimmblattpflanzen. Wir genossen die Ruhe des Ortes und verspeisten die letzten Reste unserer Verpflegung.
Der Wanderweg führte uns nun durch den Frühlingswald an den Schlossteich zum Denkmal zu Ehren Herzog Carls und Wilhelmine. Von dem etwas erhöhten Platz hatte man einen sehr schönen Blick auf das Wasserschloss. Wir umrundeten den See und erreichten das Schloss Glücksburg.
Zum Abschluss der Wanderung erfreuten wir uns am guten Kaffee und Kuchen in einer nahen Kaffeewirtschaft.
28. April: Rundwanderung um die Halbinsel Holnis
Am 28. April wanderten wir bei strahlendem Frühlingswetter von Sandwig entlang der Halbinsel Holnis. Es war das Highlight der Wanderreise. Wie ein Finger ragt die gut 400 Hektar große Halbinsel Richtung Norden - der nordöstlichste Punkt der Bundesrepublik - und trennt die Flensburger Innenförde von der Außenförde. Ideale Bedingungen für eine Wanderung.
Der Weg führte zunächst auf dem Fördesteig entlang der Küste, mit herrlichem Blick auf das Wasser und die gegenüberliegende dänische Küste. Die hügelige Landschaft reicht bis zur Förde. Nach einem Anstieg und einer Pause musste unser Wanderführer Klaus aus gesundheitlichen Gründen die Wanderung abbrechen. In Schausende fuhr er, zu unserem großen Bedauern, mit dem Bus zurück, während wir, nun von Helga Palm geführt, die Wanderung fortsetzten. Die Vorhersage von Klaus, die landschaftlich schönste Strecke komme erst noch, bewahrheitete sich. Besonders sehenswert war die Strecke vom kleinen Noor (Noore sind verlandete Meeresbuchten, die durch Strandwallbildung nach und nach von der offenen Förde abgetrennt werden) mit der alten Ziegelei und den farbigen Ziegelsteinen im Wasser, die wie ein Mosaik aussahen, zum Holnis-Kliff. Durch einen Tunnelweg aus weiß blühenden Schlehenhecken stiegen wir zum Kliff empor.
Über Salzwiesen erreichten wir das Seemannsgrab. Der etwas versteckt liegende Ort lädt zum Innehalten ein. Dort liegt der Steuermann Peter Thomsen aus Flensburg begraben, der 1850 mit seinem Segelschiff aus Westindien zurückkam und mit Cholera krank an Bord lag. Das Einsegeln nach Flensburg wurde dem Schiff verboten. Der Steuermann verstarb an Bord.
Vom Seemannsgrab führte uns der Weg zur Nordspitze von Holnis, dem nördlichsten Punkt des deutschen Festlands an der Ostsee. Entlang der Ostküste mit Sicht auf die Küste Dänemarks führte uns der gut begehbare Weg dann vorbei am Marinegrab, das Informationen zur Seeschlacht von 1848 aufzeigt. Dänische Kriegsschiffe beschossen dabei deutsche Stellungen und wurden von Land mit glühenden Kanonenkugeln attackiert.
Weiter ging es entlang der feinen Sandstrände und Kiefernwälder nach Drei, wo wir uns bei herrlichem Sonnenschein mit Kaffee und Kuchen labten. Einige Gruppenmitglieder nutzten in Drei die Möglichkeit, mit der Buslinie 21 den Rückweg nach Glücksburg anzutreten. Der Rest der Truppe setzte den Weg zu Fuß fort. Er führte uns durch die eiszeitlich geformte, hügelige Landschaft des Friedeholzes, vorbei an Steingräbern aus der frühen Besiedelung Glücksburgs. Die Gesamtlänge der Tour betrug ca. 18 km.
Den Abend ließen wir dann im Glücksburger Restaurant "Scheune" ausklingen.
29. April: Durch das Tal der Lanballigau nach Unewatt und zurück
An unserem letzten Wandertag führte uns der Weg vom Wasser der Flensburger Förde weg geradewegs rein in das Tal der Langballigau, das sich tief in die eiszeitliche Grundmoränenlandschaft der Region eingeschnitten hat. Die Au hat sich hier einen mäandrierenden Weg durch Wälder, Wiesen und Sumpfgebiete gebahnt und fließt gemächlich durch das Feuchtbiotop dahin. Das Bachtal wurde im Jahr 1990 zum Naturschutzgebiet erklärt.
Von Langballigau Hafen aus gingen wir über die Brücke in einen breiten Schilfgürtel hinein. Wir orientierten uns kurz und wanderten dann durch die hügelige Landschaft, teils steil bergan über Waldwege und über Bohlenwege, die mit Draht bespannt waren. Das erforderte unsere Aufmerksamkeit. Wir gingen im Gänsemarsch und schlängelten uns so durchs Autal. Die Langballigau bot immer wieder schöne Anblicke. Mit Sumpfdotterblumen und vielen anderen Pflanzen kamen Botaniker auf ihre Kosten. Aurorafalter flatterten leichtfertig bei schönstem Wetter um uns herum. Der Frühling stand prachtvoll überall und die verschiedenen lichtgrünen Töne und Färbungen des Hanglaubwaldes gaben uns eine gute Stimmung.
Eine halbe Stunde später, wir waren 1 km von Unewatt entfernt, machten wir eine kleine Pause am Hang, ließen den Blick schweifen, genossen die Landschaft und informierten uns anhand der aufgestellten Tafeln über die Gegebenheiten vor Ort. Flora, Fauna und Bewirtschaftung der unwegsamen Region wurden erklärt. Wir bogen links ab und bald endete die Waldlandschaft des "Tunneltales", eine besondere Form eiszeitlicher Landschaftsbildung.
Eine Straße, rechts und links von Feldern umsäumt, führte uns in das historische Museumsdorf Unewatt mit dem Landschaftsmuseum Angeln. Beim Christesenhaus standen die Türen offen und wir schauten uns in dem alten Gutshaus um, das für Ausstellungen, Tagungen und Hochzeiten genutzt wird.
Nach einer Mittagspause zogen wir weiter auf dem Museums-Rundweg. Mit einer Ausstellung in 5 Stationen über die Lebenswelt der Landbevölkerung des 19. und frühen 20. Jahrhunderts präsentierte sich das Dorf. Ohne zu viel Zeit auf die einzelnen musealen Angebote zu verwenden nahmen wir die Straße zur Windmühle „Fortuna“ und das gepflegte Dorf mit blühender Camelie wahr.
Wir traten den Rückweg in Richtung Westerholz an. Rapsfelder, schöne Angeliter Höfe, blütenreiche Schlehenbüsche oder Weißdorn säumten die Straße, die als Wanderweg ausgeschildert ist und dann abwärts ins Waldgebiet auf bessere, weichere Waldwege führt. Die Langballigau wurde wieder sichtbar. Am Kreuzungshang angekommen, wanderten wir weiter Richtung Ostsee, und bald öffnet sich der Blick auf die Förde. Prächtige Bäume veranlassten uns immer wieder, stehen zu bleiben, Fotos zu machen und alles zu bewundern.
Zum Abschluss wurden wir nochmal durch einen stetig bergan gehenden Weg entlang der Straße gefordert. Unser Kaffeedurst wurde mächtig angeregt und so waren wir glücklich, als wir in die Haffstraße hinunter einbiegen konnten und im Café „Strandgut“ einen schönen Platz zum Entspannen fanden. Wir verweilten dort und gingen dann gemeinsam zurück zum Hafen Langballigau, wo wir uns wieder in unsere Autos verteilten, um zurück nach Sandwig, unseren Ausgangsort zu fahren.
Am Nachmittag hatten wir noch Zeit zur freien Verfügung, bevor wir uns zum Gang in das Restaurant „Seasabella“ zum geplanten Abendessen wieder trafen.
30. April: Rückfahrt
Individuelle Heimfahrt nach dem gemeinsamen Frühstück.
Text: T. Jeß, K. Peemöller, U. Perkiewicz, S. Rohde, H. Singer-Betinski
Fotos: G. Henning, K. Peemöller, H. Singer-Betinski
