Infotreffen: Bau einer Klettermöglichkeit in Kiel

Am 13. September 2017, 19:00-21:00h Waldorfschule (zur normalen Kletterzeit)

 

Wer will Watt?

Besuch der Halligen Langeness und Oland
vom 10. - 12.06.2011

Helga-Palm hatte zu einer Wattwanderung zur Hallig Langeness eingeladen.

15 Mitglieder der Wandergruppe waren dem Ruf gefolgt und am Freitag, 10.06.2011 in Fahrgemeinschaften  nach Schlüttsiel gekommen. Unter der Leitung des erfahrenen Wattführers Boy Boysen starteten wir gegen 12:00 Uhr in Dagebüll, nachdem uns Boy einen kurzen Überblick über das Biosphärenreservat Wattenmeer und Halligen gegeben hatte. Dann ging es barfuß über das sog. Sandwatt. Wer sich gewundert hatte, warum sich Boy mit einem Spaten bewaffnet hatte, wurde durch häufiges Ausheben von Bodenproben mit Bestimmung der Lebewesen belehrt (Sandwürmer, Schnecken, Muscheln ….). Nach 2 Stunden Fußmarsch wurde die Hallig Oland erreicht, wo es eine Kaffeepause gab. Nach Besichtigung der Kirche verließen wir die Hallig, nicht ohne einen Blick auf den kleinsten (reetgedeckten) Leuchtturm an der Nordseeküste  geworfen zu haben, in Richtung auf unser Ziel Langeness.                                    

Als nicht ganz ungefährlich erwies sich ein reißender Priel, dessen Grundäußerst rutschig war. Da war Solidarität gefordert, und gemeinsam wurde das Hindernis überwunden.

Die Wattwanderung endete an der Endstation der Lorenbahn vom Festland, von wo wir dankenswerterweise mit  Autos abgeholt wurden, denn bis zum Hotel waren noch einmal fast 9 km.

Langeness besteht aus 3 zusammengewachsenen Halligen: Nordmarsch, Langeness und Utmark. Unser Hotel Hilligenley auf Nordmarsch wurde als Gaststätte 1898 erstmals erwähnt. 1905 schrieb G. Frensen hier das Buch „Hilligenley“.

Nach der langen Wanderung in der frischen Luft war eine Stärkung am Grillbuffet sehr willkommen.

Nachdem unser Gepäck mit der Abendfähre gelandet war, machten wir einen Abendspaziergang zum Leuchtturm. Der Sonnenuntergang wurde von Austernfischer-, Küstenseeschwalben-und Möwengeschreiuntermalt. Keine störenden Zivilisationgeräusche!

Am Sonnabend zunächst lange Gesichter, es war kalt und windig. Nichtsdestotrotz wurden nach dem Frühstück die bereit gestellten Drahtesel gesattelt, und es ging bei Rückenwind wieder Richtung Lorenbahnhof. Unterwegs Besichtigung der Kirche, die 1894 auf Fundamenten der alten Kirche erbaut wurde. Die Inneneinrichtung mit Flügelaltar, Kanzel undTaufbecken stammt vonuntergegangenen Kirchen. Bevor wir uns zur Aussichtskanzelbegeben konnten, musste erst mal einkräftiger Regenguss überstanden werden. Nach einem kurzen Fußmarsch wurden wirmit Blick auf Hallig Hooge einerseits und Föhr und Amrum andererseits belohnt. Auch beobachteten wir zahlreiche Vogelgruppierungen: Austernfischer Wiesenpieper, Säbelschnäbler, Rotschenkel, Halliglerchen, Brandgänse, Eiderenten, Kibitze sowie Bluthänflinge und einen Graureiher.

Die Rückfahrt mit den zwar fahr-bereiten, aber ziemlich verrosteten Fahrrädern war etwas anstrengender, denn nun mussten wir gegen den Westwind antreten. Im Tadsen-Museum wurde uns das schwere Leben der Halligbewohner noch bis vor wenigen Jahrzehnten nahegebracht. Für uns ist es heute kaum nachvollziehbar, dass noch bis vor wenigen Jahrzehnten das Regenwasser für das Vieh im Fething und für die Menschen im Sooth aufgefangen wurde. Geheizt und gekocht wurde ausschließlich mit getrocknetem Kuhdung (Ditten).

Nach dem köstlichen Abendmenu gab es Kultur satt: Unter Leitung von Fiede (Dichter, Inselpostbote, Bürgermeister , Hotelier) wurde von der Truppe Alieen (friesisch = Feierabend) das hochdramatische Stück „De gode Partie“ gegeben.

Am Sonntagmorgen unternahmen wir bis zur Abfahrt der Fähre eine kleine Wanderung rund um Nordmarsch - wieder bei strahlendem Sonnenschein. Besichtigung der Friedhofwarft (die Kirche besteht schon lange nicht mehr, aber es gibt eben noch den Friedhof).

Am Nachmittag brachte uns die Fähre zurück nach Schlüttiel. Von Bord aus konnten wir zahlreiche Seehunde beobachten, die sich auf den Sandbänken sonnten.

So ging ein wunderschöner Aufenthalt zu Ende, und es ist zu hoffen, dassHelga sich bereitfindet, noch oft eine so interessante Unternehmung anzubieten.  

Text: Ursula Lilienfein