Infotreffen: Bau einer Klettermöglichkeit in Kiel

Am 13. September 2017, 19:00-21:00h Waldorfschule (zur normalen Kletterzeit)

 

Naturpark Unteres Odertal (13.06. - 16.06.2008)

Am 13.6. 08 fuhr eine Gruppe von 19 Personen nach Schwedt an der Oder.
Die Reise entstand auf Initiative unseres Wanderfreundes Dr. Karl Schilke, dieser hatte die Tour im Jahr 2007 zusammen mit Heide Schilke, sowie Gunter und Helga Palm vorbereitet. 

 

13.06.2008

Wir trafen gegen 14 Uhr im Hotel Andersen ein. Dieses liegt sehr zentral, zur Stadtmitte nur ca. 10 Min. zu gehen. Am Nachmittag machten wir unter der kundigen Führung von Anita und Dr. Manfred Kaulin –Freunde von Heide und Karl Schilke- einen Rundgang durch Schwedt. Um einen besseren Überblick zu bekommen, bestiegen wir zunächst den Turm von St. Katharinen, dem ältesten Bauwerk der Stadt. Schwedt wurde erstmals 1265 erwähnt und hatte ursprünglich slawische Einwohner. Eine wechselvolle Geschichte hinterließ ihre Spuren, von denen der Berlischky-Pavillon und der Ermelerspeicher (Tabakspeicher) in einem guten Zustand sind und auf die eingewanderten Hugenotten hinweisen.
Zu DDR-Zeiten wurde Schwedt als Chemiestandort ausgebaut, die Raffinerie ist immer noch der größte Arbeitgeber der Region.
Die meisten Wohnhäuser sind sehr schön restauriert und modernisiert. Leerstehende Plattenbauten haben wir nicht gesehen. Ein gemütliches Abendessen rundete den Tag ab.

  

14.06.2008

Nach einem ausgiebigen Frühstück fuhren wir am nächsten Tag nach Stolpe, einem kleinen Ort südlich von Schwedt. Zunächst wanderten wir zum Grützpott, einem dicken Turm mit 5 Meter starken Wänden. Er ist der Überrest einer Burganlage aus dem 12. Jahrhundert. Von dort hatten wir einen großartigen Blick bis an die Oder und hinüber nach Polen. Dort erzählte uns Karl, wie der Grützpott zu seinem Namen kam. Anschließend begannen wir unsere Rundwanderung von Stolpe über die Hohensaaten-Friedrichsthaler-Wasserstraße durch den Trockenpolder bis an die Oder. Wir sahen einen träge dahin fließenden Fluss. Zahlreiche Vögel konnten wir beobachten, einige aber auch nur hören: Kraniche, verschiedene Raubvögel und viele mehr. Über Stützkow, Neu Galow und Alt Galow ging es zurück nach Stolpe. Abendessen war in einem italienischen Lokal. Plötzlich kam eine Gruppe von jungen Männern ins Lokal. Sie waren bunt geschmückt und sehr fröhlich, feierten den Junggesellenabschied eines Freundes. Es wurde gesungen und gelacht. Um den Abend zu finanzieren verkaufte der angehende Ehemann Rosen. So hatten wir einen lustigen Abend, denn wir wurden mit einbezogen.
 
 

15.06.2008

Am Sonntag fuhren wir nach Gartz, ein kleiner Ort nördlich von Schwedt und noch älter. Im Vergleich zu Schwedt, eine graue Stadt mit nur wenigen restaurierten Häusern. Im April 1945 wurde Gartz zu 80% zerstört, ungeklärte Besitzverhältnisse und fehlende Mittel verhindern den Wiederaufbau. Jedoch der Dorfteich hatte sich heraus geputzt, mit vielen blühenden Seerosen! Unsere Wanderung führte uns in eine andere Landschaft als an der Oder. Sie wurde teilweise landwirtschaftlich genutzt oder war Brachland. Viele unterschiedliche Blumen und Pflanzen wuchsen am Wegesrand. Wir liefen entlang dem Salveybach, auf dem ehemaligen Bahndamm der Strecke Gartz-Tantow. Der Salveybach ist noch relativ sauber und fließt, nur teilweise begradigt, vorbei an Wiesen und Trockenhängen, durch Schilfröhricht und Erlenbruchwald.
Der alte Geesower Bahnhof ist zum Wohnhaus umgebaut. Bei der Salvey Mühle 3, einer Wassermühle machten wir halt. Sie liegt sehr idyllisch und ist noch recht gut erhalten bzw. restauriert. In dieser Gegend gab es früher 5 Wassermühlen, die Salvey Mühle ist die letzte noch weitgehend erhaltene. Sie ist als Mühlenmuseum ausgebaut und bei einer sehr engagierten Führung wurde uns die Bedeutung dieses technischen Museums erläutert. Die Mühle diente sowohl als Mahl- als auch Sägemühle deren horizontales Sägegatter eine Besonderheit ist. Die Francisturbine (eine technische Rarität) setzte die Transmission in Bewegung oder erzeugte mittels eines Generators elektrischen Strom. Ein weiterer Schwerpunkt des Museums ist die Auseinandersetzung mit regenerativer Energie.

Weiter ging es in östlicher Richtung nach Geesow und zu den Geesower Hügeln. Diese verdanken ihrer Entstehung der Eiszeit, stehen schon seit 1932 unter Naturschutz und zählen zu den bedeutendsten Trockenrasengebieten am unteren Odertal. In dem, in Deutschland äußerst seltenen, Steppenklima gedeihen hier wärmeliebende Pflanzen und Tiere.
Ganz vereinzelt sahen wir Viehherden. Zurück in Gartz besichtigten wir noch die Kirchenruine von St. Stephanus. Zur Belohnung für den heutigen Tag gab es in Gartz einen großen Eisbecher.

  

16.06.2008

Am 16.6.08 nahmen wir Abschied von Schwedt und fuhren nach Chorin, um dort die Klosteranlage zu besichtigen. Eine sehr große Anlage, die 1258 von den Zisterzienser Mönchen errichtet wurde. Zu dem Kloster gehörten schon 1334 eine kleine Stadt - Niederfinow, mehrere Dörfer, Güter, Mühlen und sogar Weinberge. Der 30 jährige Krieg brachte dem Kloster große Zerstörungen, 1542 wurde das Kloster aufgehoben. Nachdem es im 17. Jahrhundert als Steinbruch gedient hatte, führte man im 19. Jahrhundert auf Betreiben des Baumeisters Karl Schinkel erste Konservierungsmaßnahmen durch. Nach 1954 erfolgten umfassende Restaurierungsarbeiten. Noch heute ist die Klosterruine das bedeutendste Beispiel der Backsteingotik in der Mark Brandenburg und für die klassischen Konzerte des Choriner Musiksommers weit über die Region hinaus bekannt. Über das ganze Jahr finden hier kulturelle Veranstaltungen und wechselnde Ausstellungen statt.
Nach der Klosterführung und einem Spaziergang um den Amtssee kehrten wir in der Klosterschänke ein und machten uns dann auf den Heimweg.


Bericht:     Hildegard Winzenburg
                 Helga Palm

Fotos:       Gunter Palm (gp)
                 Hildegard Winzenborg (hw)