Die Geschäftsstelle zieht um!

Ende November zieht die Geschäftsstelle um.

(und zwar genau am 30.11.! *)

Die neue Adresse ist ab Dez. 2019: Strohredder 17, 24149 Kiel

Sie befindet sich dann im Vereinsheim von Holsatia.

* Und ganz wichtig ... wer hat Lust beim Umzug zu helfen? Der melde sich bitte in der Geschäftsstelle info@dav-kiel.de.
Oder kommt einfach vorbei - Treffen 8:30h an der alten GS in der Olshausenstraße 11.
Es ist gar nicht so viel, aber wie immer gilt: viele Hände, schnelles Ende!

 

Aosta-Höhenweg Nr. 1 – vom Monte Rosa zum Mont Blanc

Rund 130 Kilometer und 12.000 Höhenmeter im Auf- und Abstieg hatten unsere Beine geleistet, als wir sie in Courmayeur unter dem Tisch einer Bar ausstrecken. Es war eine tolle Tour, die wir mit 4 Leuten der Bergwandergruppe gemacht haben. Leider ist sie im deutschsprachigen Raum kaum bekannt.

Die Schwierigkeiten begannen schon bei der Vorbereitung: es gibt kaum Material und das obwohl es die Tour schon einige Jahrzehnte gibt. Die Homepage des Tourimusbüro Val d‘Aosta und ein rund 15 Jahre alter Führer des Rother-Verlages ergänzt mit aktuellen Karten waren die besten Quellen. Selbst im Internet ist fast nichts zu finden.

Der Weg umfasst 17 Etappen. Da uns nur zwei Wochen zur Verfügung standen, entschieden wir uns für die Strecke von Val Gressoney bis Courmayeur. Bei der Anreise am Wochenende war letztlich das Auto die beste Wahl.

Nach anderthalb Tagen Anreise wurden wir von der Hitze des Aostatals fast erschlagen. Von Aosta ging es mit Bahn und Bus weiter. Zum Glück mussten wir an diesem Tag nur bis zum Weiler Alpenzu Grande im Val Gressoney aufsteigen. Dieses ist eine Walser-Siedlung, daher wird hier auch noch deutsch gesprochen. Am nächsten Tag ging es dann gleich 1.000 Meter hinauf, der Pass lag auf ca. 2.800 m. Nicht ausreichend akklimatisiert ist es anstrengend, aber doch zu bewältigen.

Bei den 1.000 Höhenmetern Aufstieg ist es im weiteren Verlauf häufig geblieben; leider ging es diese auch wieder runter. Manche Tage waren kürzer; diese dienten dann der Erholung – immerhin waren wir 12 Tage unterwegs.

Durch die langen Etappen bedingt hatten wir nur an einem Tag Zeit, einen Aussichtsgipfel zu besteigen. Leider war die Sicht an diesem Tag nicht so gut. Dafür konnten wir ein halbes Dutzend Steinböcke kurz unterhalb des Gipfels aus direkter Nähe beobachten.

Die Orientierung war (bis auf einen fehlenden Wegweiser) unproblematisch. Der Weg ist in der Regel gut markiert. Von den Schwierigkeiten ist die Tour größtenteils mittelschwer. Zwei Passagen sind schwer (Wertung schwarz), von denen eine umgangen werden kann (Höhenweg zwischen L. Luseney u. Rif. Cuney), die andere aber zwingend ist (Col Malatra). Wer mehr Interesse an der Tour und den einzelnen Etappen hat, muss sich noch etwas gedulden. Wir wollen auf der Homepage der Sektion im Winter einen ausführlicheren Bericht mit Etappenübersicht und weiteren Infos veröffentlichen.

Übernachtet hatten wir in Privathütten und kleinen Hotels, die wir alle im voraus gebucht hatten. Notwendig wäre es wohl nur bei drei gewesen. Bis auf eine Ausnahme (Rifugio Bertone) war die Organisation auf den Hütten entspannt und freundlich. Auf jeder Hütte gab es jemanden, der neben Italienisch auch Englisch und meist auch noch französisch sprach. Anfreunden musste man sich manchmal mit der Warmwasserversorgung in den Duschen – diese habe nur begrenzte Kapazitäten; meist hatten wir jedoch Glück.

Auf den Hütten ist Halbpension üblich. Das Abendessen bestand überall aus drei Gängen und ist in der Regel gut. Das Frühstück war es sehr unterschiedlich: je höher die Hütte lag, desto karger fiel es in der Regel aus. Für die Tagesverpflegung konnten wir gelegentlich einkaufen. Man konnte aber auch fast überall Lunchpakete bekommen.

Begeistert hat uns die Landschaft wie auch die Pflanzen- und Tierwelt. Es ist herrlich, durch üppige Blumenwiesen zu wandern und bei einer Vesper den Schmetterlinge und Grashüpfern zuzuschauen. Am liebsten würde man gar nicht mehr weitergehen. Hier hat der Begriff Natur noch eine ganz ursprüngliche Bedeutung.

Aber auch die umliegenden Berge wollten bewundert werden. Das Aostatal ist weit und offen; häufig kann man weit schauen. So haben wir den Gran Paradiso und die südlichen Berge fast die ganze Zeit gesehen - wir hatten aber auch Glück mit dem Wetter. Die Südseite der Walliser 4000er ist nicht ganz so spektakulär, dafür thronen sie scheinbar gleich über den Wiesen. Nach nächtlichem Schneefall sah der frisch gepuderte Grand Combin bei strahlendem Sonnenschein prächtig aus. Und an manch unscheinbar erscheinenden Pässen waren die Aussichten einfach überragend.

 
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